Freitag, Juni 11, 2004

Verbraucherpreise fuer Beherbergungs- und Gaststaettendienstleistungen im Mai 2004: + 1,0% zum Vorjahr.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Mai 2004 gegenüber Mai 2003 um 2,0% und gegenüber April 2004 um 0,2% gestiegen. Die Verbraucherpreise für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen stiegen unterdurchschnittlich um nur 1% im Vergleich zum Vorjahresmonat und um 0,3 gegenüber April 2004.

Die deutlich höhere Jahresteuerungsrate im Mai ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Preise für Mineralölerzeugnisse um knapp 9% gestiegen sind, während sie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum um mehr als 10% gesunken waren (Basiseffekt). Im Mai 2004 lagen die Preise für leichtes Heizöl um 19,2% und für Kraftstoffe um 11,6% (darunter Normalbenzin: + 11,7%; Superbenzin: + 11,4%; Diesel: + 11,8%) höher als im Jahr zuvor. Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Teuerungsrate im Mai 2004 bei 1,5% gelegen. Im Vergleich zum Vormonat kostete leichtes Heizöl 6,9% mehr und die Kraftstoffpreise stiegen um 5,2% an.

Wie in den Vormonaten, so wirkten sich auch im Mai 2004 die Maßnahmen der Gesundheitsreform und die Erhöhung der Tabaksteuer im Verbraucherpreisindex aus. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise für Gesundheitspflege um 19,5% (zum Vormonat: + 0,1%). Die Preise für Tabakwaren legten binnen Jahresfrist um 12,2% zu, blieben gegenüber dem Vormonat aber stabil.

Günstiger haben sich aus Sicht der Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr die Preise für Nahrungsmittel entwickelt (? 0,2%). Billiger wurden insbesondere Obst (? 1,4%) und Gemüse (? 0,5%; darunter Lauch: ? 25,7%; Kopfsalat: ? 18,8%). Deutlich billiger als im Vorjahr ist weiterhin Bohnenkaffee (? 6,0%). Im Vergleich zum April 2004 stiegen die Preise für Nahrungsmittel dagegen wieder leicht an (+ 0,3%), insbesondere Obst (+ 2,1%; darunter Weintrauben: + 8,9%) und Gemüse (+ 0,8%) wurden teurer.

Gemildert wurde der Indexanstieg durch die Preisentwicklung für Pauschalreisen. Diese verbilligten sich binnen Jahresfrist um 1,1% und gegenüber dem Vormonat um 1,4%.

Weiterhin deutlich geringere Preise im Jahresvergleich wiesen Informationsverarbeitungsgeräte (- 14,3%), Telefon- und Telefaxgeräte (- 11,6%) sowie Foto- und Filmausrüstungen (- 7,3%) auf.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland hat sich im Mai 2004 gegenüber Mai 2003 um 2,1% erhöht. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 0,2%. Die Schätzung vom 25. Mai 2004 wurde ebenfalls geringfügig nach unten korrigiert. (Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes).

Kommentar: Die Preise für Beherbergungs- und Gaststaettendienstleistungen haben sich damit seit dem Jahre 2000 (also vor der Euro-Einführung) mit 6,3% nur unwesentlich stärker erhöht als alle anderen Verbraucherpreise mit 6,2%. Damit ist das Märchen, die Gastronomie habe ihre Preise im Rahmen der Euro-Einführung erheblich erhöht, von der amtlichen Statistik widerlegt.