Freitag, Juli 30, 2004

Gefaehrdungsbeurteilung.

Trau keiner Statistik, die Du selbst gefaelscht hast, möchte ich den Gewerkschaften raten. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat am Montag eine Studie veröffentlicht, die sich in Meldungen niederschlägt, wonach die Gesundheitsbelastung am Arbeitsplatz ständig zunehme: "Arbeit in Deutschland wird immer ungesünder", in: Spiegel vom 26. Juli 2004.

Diese Aussage ist falsch, was die stetig steigende Lebenserwartung, die sinkende Anzahl der wegen Krankheit ausfallenden Arbeitstage, weniger volle Wartezimmer der Ärzte und die Abnahme der Anzahl von Arbeitsunfällen belegen.

Wie kann man als "Forscher" zu solch falschen Aussagen kommen? Man hat die Genossen befragt, mehr als tausend Personal- und Betriebsräte. Und gefragt wurde eben nicht nach Krankheitstagen sondern danach, ob in den Betrieben fleißig Formulare ausgefüllt werden, ob in den befragten Betrieben eine "Gefährdungsbeurteilung" erstellt wird.

Durch das Erstellen solcher Gefährungsbeureiltungen werden jedoch keine Arbeitsunfälle oder betriebsbedingten Krankheiten verhindert, sondern es wird nur Papier beschrieben. Für einen solchen Unsinn hat kein kleines Unternehmen und kaum ein mittleres Unternehmen Zeit. Der Hinweis, eine solche Gefährdungsbeurteilung müsse erstellt werden, ist wenig nützlich. Sesselfurzer verlangen viel, wenn der Tag lang ist. Man käme gar nicht mehr dazu zu arbeiten, wenn man jeden Unsinn erledigen würde. Der effizienteste Bürokratieabbau ist immer noch, bürokratische Vorschriften einfach zu ignorieren. Dann hat man auch die Zeit, mit wachen Augen durch den Betrieb zu gehen und effizient dafür zu sorgen, daß möglichst wenig Unfälle passieren und Betriebskrankheiten vermieden werden.