Sonntag, Juli 04, 2004

Personalzusatzkosten: Der 78-Prozent-Aufschlag.

Die Personalzusatzkosten in der deutschen Wirtschaft sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen ? und zwar noch stärker als die Löhne und Gehälter:
  • In Westdeutschland kletterten die Kosten für bezahlte Urlaubs- und Feiertage, die betriebliche Altersversorgung und andere soziale Extras gegenüber 2002 um durchschnittlich 3,5 Prozent auf 22.350 Euro, während das Entgelt für geleistete Arbeit "nur" um 3,1 Prozent auf 28.580 Euro zulegte. Die Zusatzkostenquote - Personalzusatzkosten bezogen auf das Direktentgelt - erhöhte sich dadurch binnen eines Jahres von 77,9 auf 78,2 Prozent.
  • In Ostdeutschland stiegen die Personalzusatzkosten 2003 sogar um 3,8 Prozent auf im Schnitt 13.480 Euro, was die Zusatzkostenquote um 0,7 Prozentpunkte auf 66,9 Prozent nach oben trieb.
Hauptgrund für die höhere Kostenlast sind im Westen wie im Osten die gestiegenen Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung. Kostendämpfend wirkte dagegen der niedrigere Krankenstand - die Entgeltfortzahlung fiel mit durchschnittlich 3,80 Euro (West) bzw. 3,70 Euro (Ost) je 100 Euro Direktentgelt jeweils um 10 Cent geringer aus als im Jahr 2002. Das reichte jedoch nicht, um bei den Zusatzkosten den allgemeinen Trend nach oben zu brechen.

Weitere Informationen: Christoph Schröder: "Personalzusatzkosten in der deutschen Wirtschaft", in: iw-trends 2/2004 (PDF).