Samstag, Juli 10, 2004

Selbstversuch mit Google Adwords.

In den letzten Wochen habe ich mit Google Adwords herumexperimentiert und für bisher etwas über 100 Euro Werbung für meine Websites geschaltet. Was ist dabei herausgekommen:
  • Um in die Feinheiten der Optimierung von Werbekampagnen einzusteigen, gehen schon etliche Stunden bis Tage drauf, auch wenn die oberflächliche Bedienung gut verständlich ist und gut erklärt wird.
  • Zentraler Punkt ist, wie auch bei der Seitenoptimierung für Suchmaschinen, die Auswahl geeigneter Keywords (siehe dazu meinen Artikel "Wie man geeignete Schlüsselwörter für seine Webseiten finden kann"). Google Adwords stellt zwar ein Tool zur Verfügung, mit dem man Suchwörter finden kann, aber eben nur statistisch ermittelt aus dem Suchverhalten von Usern der Suchmaschine Google selbst. Für das Finden dieser Keywords reicht es jedoch nicht aus, irgendwelche Tools zu bedienen. Man muß sein Produkt kennen, die Branche, was die Kunden interessiert und wie sie in Suchmaschinen suchen.
  • Ich habe für meine AdClicks durchschnittlich nur 0,11 Euro gezahlt. D.h. ich habe für meine gut 100 Euro etwas über 1.000 AdClicks bekommen, anders ausgedrückt über tausend User Visits. Die Klick-Preise hängen jedoch stark von den Keywords ab bzw. von der Profitabiltät bestimmter Themen, Branchen, Produkte. Siehe dazu auch einen früheren Beitrag "Markforschung per Klickpreis"
  • Zusätlich zu den AdClicks wurden meine AdWords (Textanzeigen) mehr als 856.000mal angezeigt (AdImpressions). Das macht einen Tausenderpreis von unerwartet niedrigen 0,11 Euro. Für Inserate, die man direkt auf irgendwelchen Webseiten schaltet, zahlt man üblicherweise ein Vielfaches, um nicht zu sagen: das Hundertfache und darüber. Siehe z.B. die Preislisten von Gruner + Jahr Electronic Media Service. Deren Preise habe ich nicht etwa verlinkt, weil sie besonders hoch sind, sie sind repräsentativ für große Medien-Sites - und einsehbar.
  • Es stellt sich jedoch die Frage, ob man von Page Impressios wirklich profitiert, inbesondere wenn kleine Text-Anzeigen angezeigt werden. Werden Sie von den Usern auch wahrgenommen? Und werden sie sich daran erinnern und später die beworbene Website aufsuchen. Bei recht unbekannten Websites bzw. Marken, die auf anderen Kanälen nicht beworben werden, kann man daran zweifeln.
  • Man kann die Reichweite von Adwords regional begrenzen, auf einzelne oder mehrere Staaten, auf einzelne und mehrere Bundesländer, sogar auf Städte und Umkreise um Standorte, die durch Breiten- und Längengrade definiert werden können. Mehr darüber in einem früheren Beitrag "Regional Targeting mit Google Adwords.".
  • Es ließen sich noch viele Details berichten, etwa, wie man das Verhältnis von kostenpflichtigen AdClicks und kostenlosen AdImpressions beeinflussen kann, um für sein Geld möglichst viel Werbung einzukaufen. Und wie man Landing Pages gestalten sollte, um die Konversionsrate von eingekauften AdClicks zu steigern, damit man mit den eingefangenen Besuchern auch Geschäfte macht. Doch alles muß ich hier und heute ja nicht verraten.
Dazu paßt ganz gut ein Interview mit Kevin Ryan, dem Chef der Online-Marketing-Firma Doubleclick: "Das Internet macht Anzeigenkunden mutig", in: Netzeitung vom 8. Juli 2004.