Sonntag, Juli 11, 2004

Sonnenstich-Award III.

Für unseren Sonnenstich-Award, um den sich Hinterbänkler und Nachwuchspolitiker bewerben können, die sich bemühen, mit populistischen Vorschlägen in der nachrichtenarmen Sommermonaten Aufmerksamkeit zu erheischen, hat sich der 34jährige CSU-Bundestagsabgeordnete und Diplom-Soziologe Alexander Dobrindt beworben. Er setzt sein ganzes politisches Gewicht und seine Lebenserfahrung dafür ein, den Tag der Arbeit am 1. Mai und den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober generell sonntags zu feiern. Im Gegenzug müssten sich die Arbeitgeber verpflichten, eine bestimmte Anzahl neuer Jobs zu schaffen: "CSU für Erhöhung der Jahresarbeitszeit", in: Handelsblatt vom 10. Juli 2004.

Den 1. Mai auf einen anderen Tag zu verschieben, finde ich als Idee schon mal ganz gut, solange der Rosenmontagszug nicht am Aschermittwoch durch die Straßen zieht.

Aber mal im Ernst: Warum fordert unser hoffnungsvoller Nachwuchsabgeordneter nicht die Abschaffung des Gesetzes über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen (PDF). Dann könnte jedes Bundesland Feiertage so oft feiern wie und wann es will und die Kostenbelastung durch Lohn ohne Arbeit wäre dennoch verringert.