Freitag, Oktober 01, 2004

USP.

Als USP (Unique Selling Proposition bzw. Unique Selling Position bzw. Alleinstellungsmerkmal) bezeichnet man eine sich von anderen Betrieben klar unterscheidbare Marktposition, anhand derer Gäste beurteilen können, warum sie dort einkehren sollen und nicht woanders.

Doch sich eine USP in der Gastronomie zu erarbeiten, ist gar nicht so leicht. Schließlich fallen statistisch gesehen für jeden gastronomischen Betrieb nur ein paar Hundert Bundesbürger ab, gibt es etwa in meinem Bamberg fast 300 gastronomische Outlets.

Um sich unter der Vielzahl der Wettbewerber einen Namen zu machen, einen Markenwert, ein Branding, wird man selten etwas finden, was man alleine von sich behaupten kann, was einzigartig ist.

Manchmal greift man auf solche Einzigartigkeiten zurück, die für Gäste von zweifelhaftem Nutzen sind, etwa Manchmal betont man Randaspekte und preist seine Designer-Toiletten oder plaziert teure Parfüms auf der Damentoilette, damit die Weibsleut beim Rauskommen besser riechen als beim Reingehen. Siehe dazu auch das Buch "Das Lokal als Bühne" von Denise Schultz.

Um sich in einer Welt als einzigartig zu positionieren, wo es eigentlich und irgendwie alles schon gibt, kann man mehrere Merkmale bündeln. Jedes Merkmal für sich findet man auch anderswo. Die Kombination ist aber mehr oder wenig einzigartig.

So weist das Ladencafé aha in Dresden folgende Merkmale auf:
  • vorwiegend vegetarisch
  • vollwertig, Produkte in erster Linie aus kontrolliert biologischem Anbau
  • Frisch gerösteter fair gehandelter Kaffee - öffentliche Kaffeeröstungen in der eigenen Kaffeeröstmaschine
  • Behindertenfreundlich (keine Eingangsschwelle, Behindertentoilette)
  • Kinderfreundlich - mit Kinderspielecke, Kinderspeisekarte und Babykostwärmer
  • Nichtraucher
Wenn dann noch Martin Röll in seinem Blog betont, das Essen dort sei irrsinnig gut gewesen, was will man mehr?

Nachtrag: Es wird in Kommentaren zu einem Hinweis des Werbebloggers auf diesen Eintrag kritisiert, USP sei die Abkürzung für Unique Selling Proposition (einzigartiges Verkaufsversprechen) und nicht für Unique Selling Position (einzigartige Marktposition). Meines Erachtens gibt es beide Varianten. Der Unterschied besteht darin, daß es bei "Proposition" alleine auf die Werbeaussage ankommt ("schönstes Café Hamburgs"), "Position" aber verlangt, daß diese Werbeaussage auch objektiv wahr ist oder aus der Sicht der Zielgruppen als wahr akzeptiert wird.