Freitag, November 12, 2004

Bierpreiserhoehung.

Log Brau Beviale 2004 in NürnbergGerüchteweise will sich die Brauerei Maisel in Bayreuth an der drohenden Bierpreiserhöhung, insbesondere für Faßbiere, nicht beteiligen. Ob sie die einzige bleiben wird?

Üblicherweise werden, da das Kartellgesetz Preisabsprachen verbietet, Preisrunden der Brauwirtschaft dadurch eingeleitet, daß Verbandsfunktionäre öffentlich darüber philosphieren, daß mal wieder eine Preiserhöhung notwendig sei. Diesmal ist es der Präsident des Verbandes mittelständischer Privatbrauereien in Bayern e.V, Andreas Stöttner, gewesen. Er sagte am Vorabend der Brau Beviale, Bier werde in den kommenden Wochen teurer. Wegen der gestiegenen Biersteuer müßten die Brauereien die Preise um rund 50 Cent pro Kiste anheben.

Die Biersteuer ist zum 1. Januar 2004 erhöht worde. Kleinstbrauereien bis 5.000 Hektoliter Jahreserzeugung mussten zuvor lediglich 50 % des Regelsteuersatzes bezahlen, der bei 200.000 Hektolitern Jahresproduktion erreicht wird. Für Brauereien zwischen 5.000 und einem bis 200.000 Hektoliter Jahreserzeugung stieg der Biersteuersatz in Stufen von jeweils 1.000 Hektolitern gleichmäßig an. Bei 200.000 Hektolitern Jahreserzeugung wird schließlich der Regelsteuersatz von 0,787 Euro pro Grad Plato Stammwürze je Hektoliter Bier angewandt, den Brauereien ab dieser Größenordnung zu bezahlen haben.

Erfahrungsgemäß sind aber nicht alle Brauereien in der Lage, Bierpreiserhöhungen durchzusetzen. In der Praxis sieht es oft so aus, daß die Listenpreise erhöht werden und zugleich werden Preisnachlässe, Werbekostenzuschüsse und weitere Elemente, die den effektiven Preis bestimmen, erhöht. Schließlich gibt es erhebliche Produktionsüberkapazitäten und die reinen Herstellkosten konventionell gebrauter Biere liegen bei unter 45 Euro je Hektoliter.