Dienstag, November 16, 2004

Elektronische Steueranmeldungen ab 2005.

In Ergänzung zu unserem "Ab 2005: Pflicht zu elektronischen Meldungen bei der Lohn- und Gehaltsbuchhaltung" möchte ich auf einen Artikel von Robert Chromow hinweisen: "Elektronische Steuer-Voranmeldungen ab 2005", in: Akademie.de. Darin wird - was mir neu gewesen ist - darauf hingewiesen, daß man unter Umständen sich von dieser Pflicht befreien lassen kann:
"Auf eine 'unbillige Härte' können Sie sich nur dann berufen, wenn es in Ihrem Unternehmen noch keinen Online-Zugang gibt und es Ihnen nicht zumutbar ist, die erforderliche PC-Ausstattung sowie den Internet-Anschluss zu beschaffen. Der begründete Antrag auf Ausnahmegenehmigungen muss schriftlich beim zuständigen Finanzamt gestellt werden."
Sie sollten bei Ihrer Entscheidung, ob Sie diese Ausnahmeregelung in Anpruch nehmen wollen, auch bedenken, daß seit dem 1. Januar 2002 das neue Recht für Betriebsprüfer der Finanzbehörden gilt, direkt auf die elektronischen Buchhaltungsdaten zuzugreifen. Auch andere Datenbestände mit Bedeutung für steuerliche Sachverhalte sind eingeschlossen.

Man kann jedoch niemanden zwingen, seine Buchführung oder Teilarbeiten dazu wie Online-Steueranmeldungen per Computer zu machen. Wenn die notwendige Buchführung handschriftlich auf Papier durchgeführt wird, muss sich der Betriebsprüfer damit zufrieden geben. Er wird sich den Computer trotzdem ansehen wollen, wenn der als Geschäftsausstattung steuerlich geltend gemacht wird. Auf private Computer in privaten Räumen hat er nur im Falle einer Steuerfahndung oder aufgrund eines richterlichen Durchsuchungsbefehls Zugriff, nicht jedoch im Rahmen einer Betriebsprüfung.