Freitag, November 19, 2004

Gedanken zum Welttoilettentag.

Wer hätte es gedacht? Heute ist Welttoilettentag. Für "Max Zorno" war dies Anlass, anhand eines Gastronomiebeispiels über Kunden- und Serviceorientierung nachzudenken: "Tag der Tage". "Max Zorno" ist ein Pseudonym von Christian Rothe, Berater für internetgestützte Verkaufsförderung und Autor in Baden-Baden, Lehrbeauftragter für E-Commerce an der European School of Business, Reutlingen. Sein Artikel spricht ein leidiges Problemfeld in der Gastronomie an (nach seiner Meinung).

Ich nutze die Gelegenheit, um auf ein paar Fakten, aber auch Amüsantes, rund um das Thema Toiletten in der Gastronomie hinzuweisen:
  • Vorschriften über Toiletten, konkret für Mitarbeiter, finden sich in der Arbeitsstättenverordnung (PDF) und in den ergänzenden Arbeitsstättenrichtlinien. Kleinstbetriebe, in denen ausschließlich die Inhaber arbeiten, sind davon nicht betroffen. Die neue ArbStaettVO und ist seit 25.08.04 in Kraft! Statt konkreter Vorgaben enthaelt sie nur noch allgemeine Schutzziele an Arbeitsstätten.
  • In ergänzenden Bestimmungen zum Gaststättengesetz (in den Bundesländern unterschiedlich bezeichnet, etwa Gaststättenbauverordnung) ist geregelt, daß Gästen Toiletten in einem größenabhängigem Umfange zur Verfügung stehen müssen. In einigen Bundesländern gibt es aber abweichende Regelungen für kleinere Objekte ohne Alkoholausschank. Dies hat McDonald's verleitet, eine kleine Filiale ohne Toiletten zu planen, mit Folgen. Siehe dazu: "McDonald's OO-Nummer", in: Delodorado.de
  • In dem Buch "Das Lokal als Bühne. Die Dramaturgie des Genusses" von Denise Schulz werden einige Beispiele beschrieben, wo Toiletten dramaturgisch eingesetzt worden sind, um den Gaststättenbesuch unvergesslich zu machen: Blickverbindungen zwischen der Herren- und Damentoiletten (natürlich nur in Augenhöhe), Auslage von teuren Parfümen in der Damentoilette, damit frau dort neue Düfte ausprobieren kann u.v.m.
  • In der Berliner Gaststätte Klo ist das Ambiente umfassend auf den Namen der Gaststätte ausgerichtet. In der Damentoilette steht ein Männeken Piss. Wer in Versuchung gerät, der Figur an das edelste Teil zu grapschen, braucht sich nicht zu wundern, wenn sie in der Gaststätte mit einem Gelächter begrüßt wird. Das Grapschen löst eine Klingel im Gastraum aus.
  • "hit-me: Auch in den Toiletten darf gelacht werden" - über einen Sticker, der in das Pissoir geklebt werden kann.
  • Wer einmal im Druckhaus in Erlangen einkehrt, sollte nicht nur das Ambiente bewundern, welches die ehemalige Druckerei als Thema aufgreift, und einen der köstlichen Cocktails probieren, sondern sich auch mal die sehenswerten Toiletten anschauen.