Mittwoch, November 24, 2004

Preisstrategien.

Zu den bedeutsamen unternehmerischen Entscheidungen gehören die Fragen, wie und in welcher Höhe Erlöse zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit erzielt werden sollen (etwas hochtrabend wird dieses Thema in anderen Branchen unter dem Begriff "Wertschöpfungskette" diskutiert). Es handelt sich um:
  • Grundsatzentscheidungen über Erlösformen (für was muß ein Preis bezahlt werden?), d.h. die Festlegung der Erlösquellen, und um
  • preispolitische Entscheidungen, d.h. die Festsetzung von Preisen (Preisschemata) im Rahmen der gewählten Erlösformen (Preiskalkulation).
Burkhart Schneider hat im Beratungsletter.com sehr gute Beispiele gefunden, wie man durch verschiedene Preismodelle ein Alleinstellungsmerkmal erlangen kann (via MEX Blog).

In der Gastronomie und noch mehr im Übernachtungsgewerbe spielt die zeitliche Preisdifferenzierung eine besonders große Rolle. Dienstleistungen, bei denen die Mitwirkung oder Anwesenheit von Kunden erforderlich ist, können meist nicht losgelöst von den Zeitplänen der Kunden erbracht werden. Die Kapazitäten im Zeitverlauf sind deshalb stark unterschiedlich ausgelastet. Durch eine zeitliche Preisdifferenzierung können Kunden dazu animiert werden, Dienstleistungen zu Zeiten nachzufragen, an denen die Kapazitäten weniger stark ausgelastet sind.

Zum dem im Beratungsletter angeführte Beispiel aus der Hotellerie - Übernachtungsgäste können selbst entscheiden können, wie viel ihnen die Nächtigung in einem Hotel wert ist - siehe auch meinen früheren Beitrag "Kostenlos fliegen".