Freitag, November 26, 2004

Risiken frueh erkennen.

Beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit kann ein 85seitiges Arbeitsheft Früherkennung von Chancen und Risiken in kleinen und mittleren Unternehmen (PDF) heruntergeladen werden.

Siehe in diesem Zusammenhang auch unseren Artikel "Turn-Around-Management in der Gastronomie" sowie eine Replik von Olaf Deininger: "Rezepte gegen das Gastronomie-Sterben", in: Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung vom 3. August 02, online veröffentlicht in: Gastronomie Report, Ausgabe Dezember 2002, S. 26.

Soll man in einer Unternehmenskrise wirklich vor allem die Qualität steigern statt alles dran zu setzen, die Liquidität zu sichern? Es kommt meines Erachtens darauf an, wie weit die Krise bereits fortgeschritten ist. Droht bereits die Zahlungsunfähigkeit, hat die Sicherstellung der Liquidität Priorität. Zumindest für solche Maßnahmen zur Qualitätssicherung, etwa Weiterbildungs- und Beratungsleistungen, die liquide Mittel verlangen, ist dann schlichtweg kein Geld mehr da. Man muß sich zuerst wieder den finanziellen Spielraum verschaffen, um in Qualität investieren zu können.

Olaf Deininger zitiert Matthias Al Amiry, den Wirtschaftsdirektor im Hamburger Raffles Hotel Vier Jahreszeiten: "Wenn Gäste der fallenden Qualität wegen jetzt wegbleiben, kommen sie nach der Rezession nicht automatisch wieder. Das Halten des hohen Standards ist deshalb langfristig günstiger, als Gäste später wieder neu gewinnen zu müssen." Da kann ich nur entgegen, daß eine langfristig günstige Strategie wenig nützlich ist, wenn man kurzfristig daran zugrunde geht. Es rechnet sich nicht, zu verdursten um die Wasservorräte zu schonen.