Dienstag, Januar 18, 2005

Der Kampf um die Speisekarten - Teil II.

Unseren gestrigen Beitrag "Der Kampf um die Speisekarten" hat Bernd Röthlingshöfer um ein lobenswertes Beispiel ergänzt, wie man es besser machen kann: "Speisekarten zum Mitnehmen".

In Trendwatching.com hat er einen Hinweis das Restaurant "Orange" in Chicago gefunden, das seine Speisekarte in Form eines 21-seitigen, farbigen Magazins gestaltet. Das aktuelle Speiseangebot füllt die ersten Seiten. Dahinter kann man lesen:
  • Artikel der Mitarbeiter
  • lokale Anzeigen
  • eine Liste aller Mitarbeiter
  • Rezepte
  • Interviews mit den Küchenchefs
  • Hinweise, wo man in Chicago exotische Zutaten kaufen kann
  • Ausgehtipps usw.
Aber man muss sich nicht nach Chicago bemühen, um solche informative Speisekarten zu finden, die Gäste gerne mitnehmen und mitnehmen sollen. Zwei Beispiele aus Deutschland:
  • Das "Café Journal" in Heidelberg macht seinem Namen Ehre und hat nicht nur jede Menge Titelseiten von Zeitungen und Zeitschriften an den Wänden und Zeitungslektüre aus aller Welt parat, sondern auch eine Speisekarte im Stil einer Zeitung. In der werden die Mitarbeiter als Besetzungsliste eines Filmteams vorgestellt.
  • Uwe Thaddum von der Brauereigaststätte Hagenbräu in Worms freut sich über jeden Gast, der seine Vierfarb-Speisekarte mitnimmt. Sie finanziert sich durch Anzeigen und ist bei Touristen, die dieses Lokal am Rheinufer rege aufsuchen, beliebt, weil sie darin einen Stadtplan und viele Informationen über Worms finden. Man könnte die Karte fast schon als kleinen Reiseführer bezeichnen. Natürlich greift das "Hagenbräu" auch viel Lokalkolorit in den Speisen und Getränken und ihren Bezeichnungen auf. Und auch auf der Website wird der Frage nachgegangen "Was können Gruppen in Worms unternehmen?", denn schließlich weiß man in Worms, wie wichtig Reisegruppen für das Geschäft sein können, wenn man diese Zielgruppe geschickt angeht.