Freitag, Februar 25, 2005

Fronarbeit.

In der Neuen Zürcher Zeitung vom 25. Februar 2005 geht es um "Fachblogs im Internet als neue Informationsquelle": "Wissensbeschaffer im Frondienst" von Claus Settele.

Irgendwie finde ich mich da wieder - oder auch nicht:
"Auf Themen fokussierte Internet-Weblogs bieten sich immer mehr als ergänzende Informationsquelle zu Suchmaschinen, Online-Medien und kostenpflichtigen Datenbanken an. Autoren dieser Fach-Blogs sind Berufsleute, die in Fronarbeit frei zugängliches Wissen aufarbeiten. Dennoch stellt sich die Frage der Verlässlichkeit der Inhalte."
Fronarbeit?
  • Mich zwingt niemand dazu, sondern tue, was mir Spaß macht.
  • Fronarbeit klingt nach schlecht bezahlt. Stimmt halbwegs. 1998 habe ich angefangen und nichts verdient. Heute koennte ich davon leben. Und wenn ich Dinge machen würde, die man mir anträgt, die aber keinen Spaß machen, könnte ich sehr gut davon leben.
Dem Autor dieses Beitrags muß ich entgegen halten, daß nicht nur
"vor allem von Gruppen betreute Fach-Blogs die Verlässlichkeit dank der internen Kontrolle ebenso gut gewährleisten können wie Medienbetriebe".
Vielmehr sind es die typischen Eigenheiten von Blogs, nämlich daß man Einträge kommentieren und trackbacken kann, die es wahrscheinlich machen, daß zumindest bedeutsame Fehler korrigiert werden. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, der Autor habe im Grunde gar nicht verstanden, wie Weblogs funktionieren. Leider kann man die Artikel der NZZ noch nicht kommentieren...

Über den Satz
"Anders als bei Zeitungen, Fernseh- oder Radiosendern ist bei Blogs mit Arbeitspausen zu rechnen; manche verschwinden gar für immer vom Radar."
habe ich mich ziemlich amüsiert. Was wohl Harald Schmidt und Anke Engelke dazu sagen würden?

Weiter schreibt Claus Settele:
"... Blogger müssen ... die Besucherfrequenzen der Website als einzigen Lohn ihrer Arbeit akzeptieren."
Vielleicht fragt er mal jemand bei der NZZ, der den Wertschöpfungsprozeß einer Tageszeitung verstanden hat.