Dienstag, März 15, 2005

FreizeitErlebnisWelten - Potenziale für Freizeit und Urlaub.

Mit den Trends und Erfahrungen bei Freizeitwelten beschäftigte sich auf der ITB Berlin ein Forum der Thomas Morus Akademie Bensberg unter Leitung von Dr. Wolfgang Isenberg.

Ausgangspunkt: Die zahlreichen Freizeitwelten sind Ausdruck und Antwort der sich schnell wandelnden Erlebnis und Freizeitorientierung in der Gesellschaft. Sie haben einerseits eine hohe Bedeutung für Tagesaktivitäten, Ausflüge und Kurzreisen. Andererseits ergänzen sie, je nach Lage, Konzeption und Ausstattung, den traditionellen Urlaub. Durch ihre multifunktionelle Anlage und Tendenz, zusätzlich Übernachtungsangebote zu schaffen, werden Freizeitwelten als Ziele für einen Kurzurlaub immer bedeutsamer. Allerdings sei die bloße Schaffung einer Frei¬zeitwelt noch kein Erfolgsgarant, betonte Carl Otto Wenzel von Wenzel Consulting. "Nicht alles Neue ist ein Trend und Erfolg!" Freizeitwelten werden heute bevorzugt auf Industriebrachen oder in historischen Altstadtrevieren installiert. Dazu zählen in Deutschland zum Beispiel
  • der Zollverein Essen auf einem ehemaligen Zechengelände (Weltkulturerbe der UNESCO),
  • der Duis¬burger Innenhafen mit Kindermuseum, Seniorenzentrum, Jachthafen usw. oder
  • das Meilenwerk Berlin mit einer sehr publikumswirksamen Oldtimerausstellung.
Das Erfolgsrezept der Freizeitwelten scheint im jeweils gelungenen Mix von Gastronomie, Einzelhandel und einzigartigen Einrichtungen und Events zu liegen. Zu den wesentlichen Eckpfeilern zählen dabei folgende Faktoren:
  • Witterungsunabhängigkeit,
  • Authentizität,
  • Serviceorientierung bis ins Detail,
  • Interaktion und
  • Edutainment.
Daneben zählen ungewöhnliche Inszenierungen, zum Beispiel mit Licht, faszinierende Entfremdungen, wie etwa ein Schwimmbad im alten Zechengelände, und beeindruckende "Verpackungen", wie beispielsweise beim Guggenheim Museum in Bilbao.

Carl Otto Wenzel betont auch, dass das scheinbar gleiche Konzept nicht immer zum Erfolg führt. Es müssen auch die Details stimmen. Er erwähnt dabei den EuropaPark in Rust, der durch gute Qualität, wirkungsvolles Marketing und Innovationen stetig wachsende Besucherzahlen verzeichnet. Dagegen der HeidePark nach Managementwechsel und Verminderung der Leistungen deutliche Rückgänge verzeichnet. Ähnliches Bild bei den großen Indoor Skianlagen in Nord¬rhein-Westfalen: Neuß funktioniert unter dem Fokus "Party im Schnee", während Bottrop mit der Betonung auf den sportlichen Aspekt weniger erfolgreich ist. Es scheint durch die diversen Erfahrungen der Vergangenheit unabdingbar, für eine Erlebniswelt im Team mit Fachleuten aus den Bereichen Kultur, Marketing, Even, Trendforschung und Gastronomie ein tragfähiges Konzept zu erstellen, um die hohen Investitionskosten nicht unnötig zu verschwenden, betonte Carl Otto Wenzel. (Quelle: Pressemitteilung der Internationalen Tourismusbörse Berlin).