Mittwoch, März 30, 2005

Reservierungsmanager.

Vollgekritzelte Kalenderblöcke, Platzzuweisungen, die schief gelaufen sind, Chaos und Stress beim Service sind Alpträume, sowohl für die Gäste als auch für Gastronomen und Service-Mitarbeiter.

Vor drei Jahren habe ich mir von der EDV-Beratung Winter GmbH ihre Reservierungsmanager-Software für Großgaststätten en détail vorstellen lassen. Damals hatte sie gerade ihren erfolgreichen Einsatz in der Brauereigaststätte Uerige in der Duesseldorfer Altstadt bestanden und sollte anderen Großgaststätten angeboten werden.

Mein Urteil damals:
Der Hauptvorteil liegt nach meiner Meinung nicht so sehr in der höheren Effizienz des Reservierungs-Managements (Datenerfassung und Verfügbarkeit der Daten im Netzwerk), sondern mehr noch in der Gewinnung von Gästedaten und ihrer Verwendung zur Steigerung der Kundenbindung (CRM).
Der Reservierungsmanager ist mittlerweile in einer ganzen Reihe von Großgastätten aber auch einer Hotelkette im Einsatz, die es zur Tisch- und Raumreservierung und Bankettorganisation einsetzen.

Heute hat mir netterweise der Softwarentwickler Dipl.-Ingenieur Rainer Löber die Fortschritte in der Programmentwicklung der letzten Jahre demonstriert.

Noch mehr Features

Sie konzentrieren sich zum einen auf die Kompatabilität zu führenden Kassen-Softwarepaketen (wie PC-Cash, TC-Pos und Amadeus), zum anderen ist der Workflow der Auftragsabwicklung erweitert, z.B. können alle Angebots-, Bestätigungs- und Vertragsschreibungen bis zu den Rechnungen in den Kundendaten gespeichert werden.

Das Restaurant kennt seine Gäste genau, kennt Lieblingszigarren, -getränke, -speisen und -tische. Das Programm erlaubt es auch, den Service für die Gäste effizient zu verbessern, z.B. Tisch- und Menükarten zu erstellen.

Neben den Speisen und Getränken können Raummieten, Inventarmieten, Inventar und sonstige Artikel verwaltet werden. Damit läßt sich z.B. verhindern, daß Kinderhochstühle, Beamer oder Vasen mehrfach vergeben werden, ohne den Bestand zu berücksichtigen.

Neu ist auch die sogenannte "Schnellreservierung". Sie erlaubt dem Frontoffice A-La-Carte-Buchungen und Walk-In's zu erfassen (also Laufkundschaft, Restaurantgäste ohne Hotelzimmer).

Tischreservierungen können über das Internet vorgenommen werden. Dipl.-Ingenieur Rainer Löber beschreibt mir, wie das geht:
"Über die Hompage des Gasthauses wird eine Mail mit bestimmten Betreff erzeugt und abgesendet. Ein Tool des Reservierungsmanagers fragt nun ständig das entsprechende Mail-Fach nach Mails mit diesem bestimmten Betreff ab. Sollte eine Mail gefunden werden, so wird in der Datenbank des Reservierungsmanagers ein Eintrag in einer Tabelle erzeugt. Diese Tabelle enthält also Online-Reservierungsanfragen, die nun weiterbearbeitet werden können (Reservierung eintragen und E-Mail-Bestätigung versenden)."
Auf Anforderung eines Großkunden wurden die statistischen Auswertungsmöglichkeiten erheblich erweitert. Nunmehr können beliebige Listen generiert werden. Damit erweist sich der Reservierungsmanager nicht nur als vorzügliches Tool, den betrieblichen Ablauf zu planen und zu steuern, sondern es können auch zukünftige Auslastungsdellen, freie Kapazitäten so rechtzeitig und genau erkannt werden, daß man noch gegensteuern kann.

Die Integration weiterer Features soll auf Anforderung der Kunden erfolgen, die das Programm bereits einsetzen. So ist z.B. geplant, Tisch- und Bestuhlungsanordnungen so variabel zu gestalten, daß sie für eine konkrete Reservierung geändert werden kann, z.B. indem man einzelne Tische zusammenstellt. In der Entwicklung befindet sich auch ein Bediener-Modul, in dem der Zugang zu Programmfunktionen auf Nutzergruppen bzw. einzelne Nutzer begrenzt werden kann, um sicherzustellen, daß Daten nur von den dafür zuständigen Mitarbeitern erfaßt und geändert bzw. eingesehen werden können.

Wünschen würde ich mir noch die Möglichkeit einer Auslastungsprognose auf der Basis der saisonalen Entwicklung der Vorjahre sowie variabler Feiertage und wahrscheinlicher, aber noch nicht fester Reservierungen. Aber zugegeben, es ist sinnvoller, so zu verfahren, wie von der EDV-Beratung Winkler vorgesehen, nämlich nur solche zusätzlichen Features einzubauen, die von Kunden gewünscht werden und nicht meine eher abstrakte Spinnereien.

Dieser Beitrag kann natürlich der ungeheuren Vielzahl der Funktionen dieses atemberaubenden Programms nicht gerecht werden. Wenn Sie Restaurantmanager einer Großgaststätte sind oder Bankettmanager eines Hotels oder Kongreßzentrums, lassen Sie sich das Programm einfach mal vorführen...