Dienstag, März 29, 2005

Schmutzwaesche professionell gewaschen.

Ulrich Hotellet schreibt heute im Spiegel ("Schmutzwäsche im Web") über Arbeitnehmer, die sich im Netz gegen ihre (Ex-)Arbeitgeber zusammenschließen.

Ausgerechnet das Weblog der Gewerkschaft Verdi zum "Schwarzbuch Lidl" in diesem Zusammenhang zu erwähnen, ist irreführend. Es handelt sich eher um den Versuch, von außen in das Unternehmen zu wirken, nachdem Verdi damit gescheitert ist, intern Einfluß zu gewinnen. Siehe dazu unseren früheren Beitrag "Schwarzbuch Lidl". Dieses Blog wurde nicht von Lidl-Arbeitnehmern initiiert, sondern von der Berliner Agentur Platoon für Verdi entwickelt. Man schreibt dazu:
"die 12 monate waren eher für diee lobbyarbeit in der gewerkschaft nötig.. die eigentliche programmierung ging von april-august 04.. ist ein wiklich grosses multi-blogger-tool.. mit der option auf einige features, die wir mit eingedacht haben.. aber eben erst in der praxis auf ihre notwendigkeit oder funktionalität geprüft werden müssen..

lobbyarbeit deswegen, da es bei ver.di (wie bei anderen grossen NGOs auch) noch kein grosses augenmerk auf netzkommunikation gibt: tolle homepage=alles gut! so richtig kommunizieren ist eben auch arbeit.."
Vor diesem Hintergrund wird auch folgender Abschnitt im Spiegel-Artikel verständlich:
"'Das Blog wird wie ein Forum genutzt. Ich bin über die große Resonanz überrascht', sagt ver.di-Online-Redakteur Bernd Steinmann. Einziger Nachteil der fortschrittlichen Vernetzung: Die nötige Betreuung ist arbeitsaufwändig."