Dienstag, April 26, 2005

Fusion von fuehrenden Poster-Online-Shops.

Art.com ein führender Online-Shop für Kunstdrucke, Poster, Plakate usw., mit dem ich seit 1998 kooperiere, hat gestern mit dem Wettbewerber Allposters.com fusioniert.

Art.com wurde im Mai 1999, also ein Jahr nach dem Start und mit bereits 30.000 Kunden und einem Angebot von 100.000 Drucken von Getty Images für über 200 Millionen US-Dollar gekauft. Getty Images ist ein Unternehmen von J. Paul Getty Jr., dem Sohn des 2003 verstorbenen Immobilien-Milliardärs Sir Paul Getty, der im Wettstreit mit Bill Gates versucht, die größte Sammlung von Bildrechten zusammen zu kaufen. Siehe dazu: "Gates/Getty: Jäger und Sammler des digitalen Bildermarkts", in: Heise Online vom 6. März 2000.

Die Websites und Partnerprogramme von Art.com und Allposters.com sollen vorerst selbständig bleiben. Art.com läßt es jedoch nunmehr zu, auch Partner von Allposters.com zu werden. Ich habe diese Möglichkeit gleich mal ausprobiert und präsentiere als Beispiel eine kleine Auswahl von touristischen Plakaten aus Deutschland.

Visit Art.comFür gastgewerbliche Websites bietet eine Partnerschaft mit Poster-Online-Shops die Möglichkeit, die eigene Website mit hochwertigem graphischen Content aufzuwerten, und die Chance auf einen kleinen Zusatzverdienst. Angesichts der großen Auswahl an Motiven lassen sich leicht thematisch passende Motive finden.

Aber aufgepaßt: Die urheberrechtliche Lage ist etwas verworren:
  • Bei fast allen Partnerprogrammen werden die Thumbnails der Produkte zwar von den Websites der Partnerprogramme, etwa als Iframe (eingebettete Frames), eingespielt, also faktisch nicht vom Partner kopiert, sondern vom Nutzer seiner Site von der Website des Online-Shops heruntergeladen. Dennoch könnten Rechteinhaber auf den Gedanken kommen, dies als Nutzung zu interpretieren (rechtlich umstritten).
  • Kompliziert wird die Angelegenheit auch dadurch, daß man davon ausgehen kann, daß amerikanische Online-Shops die Rechte des Vertriebs in den USA besitzen, es jedoch nicht auszuschließen ist, daß ihnen die Vertriebsrechte in Europa oder Deutschland fehlen. Es empfiehlt sich deshalb, auf der Website der Verwertungsgesellschaft Bild - Kunst nachzuschauen, ob die betreffenden Künstler von dieser Verwertungsgesellschaft vertreten werden.