Mittwoch, April 27, 2005

Kombiloehne statt Mindestloehne.

Prof. Dr. Hermann Scherl, Professur für Sozialpolitik, Friedrich Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, empfiehlt als Alternative zur Ausweitung von Mindestlöhnen eine Kombilohn-Lösung: "Mehr Mindestlöhne durch Ausdehnung des Entsendegesetzes? ? ein Irrweg!" (PDF) vom 20. April 2005.Zitat:
"Statt deutsche Arbeitnehmer vor der Verdrängung durch billige Arbeitskräfte aus Osteuropa zu schützen, fördert die Ausdehnung von tariflichen Mindestlöhnen auf nicht ortsgebundene Arbeiten die Verlagerung solcher Arbeiten an kostengünstigere Standorte im Ausland und bewirkt damit auf längere Sicht in Deutschland größere Arbeitsplatzverluste. Und auch bei ortsgebundenen Arbeiten ist längerfristig ein negativer Beschäftigungseffekt zu erwarten, hauptsächlich infolge der Verteuerung der jeweiligen Produkte oder Dienstleistungen."
Dieser Effekt läßt sich am Beispiel der Gastronomie beleuchten: Wenn die Löhne in der Gastronomie steigen müßten, werden Küchenhilfsarbeiten ausgelagert und mehr Convenience-Produkte eingesetzt. Die kann man dort kaufen, wo sie am günstigsten sind, z.B. in Osteuropa. Convenience-Sushi, der heute in Deutschland angeboten wird, stammt heute schon zum großen Teil aus Island (siehe "Sushi aus Island"). Was spricht gegen kalte Platten aus Tschechien oder handwerklich hergestellte Suppen aus Polen? Schon heute werden z.B. Party- und Bierzelte aus Polen geliefert, hier legal von polnischen Monteuren aufgestellt, später wieder abgebaut, nach Polen gebracht, dort gereinigt, repariert und für den nächsten Einsatz in Deutschland vorbereitet. Siehe dazu: "Zelte aus Polen".