Sonntag, April 03, 2005

Le Google.

Manchmal kann ich wirklich nicht sagen, ist das jetzt ein Aprilscherz oder nicht. Besonders schwer fällt die Unterscheidung, wenn die Personen, die Unglaubliches verbreitet haben sollen, solche sind, die nicht selten zu verrückten Dingen neigen, zum Beispiel den Chinesen Waffen liefern zu wollen, mit denen sie Taiwanesen abschlachten können. Ich meine jetzt nicht Gerhard Schröder, sondern seinen Blutsbruder Jacques Chirac.

Laut einer Meldung des Österreichischen Rundfunks ("Frankreichs Kampf gegen Google", in: futurezone vom 3. April 2005) soll Jacques Chirac vorgeschlagen haben, eine französische Suchmaschine zu entwickeln (was ja an sich keine schlechte Idee ist; Kartoo ist ja wirklich nett.). Statt Algorithmen einzusetzen, um das Ranking von Treffern zu steuern, soll jedoch ein Experten-Komitee über die Wichtigkeit von Einträgen entscheiden, so der französische Minister für Kultur und Kommunikation Renaud Donnedieu de Vabres.

Ich sehe mich schon als Nutzer dieser Suchmaschine auf eine Anfrage warten. Nach 138 Stunden 20 Minuten fährt eine Kutsche vor und ein frankophiler Beamter überreicht mir einen versiegelten Umschlag mit der handgeschriebenen Bitte um ein wenig Geduld. Die Regierungskommission habe sich schon an die Arbeit gemacht.

Siehe dazu: "Google n'est pas la fin de l'histoire" von Renaud Donnedieu de Vabres, in: Le Monde vom 17. März 2005.