Freitag, Mai 27, 2005

Pharisaer.

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann habe als Gastgeberin des evangelischen Kirchentags in Hannover Unternehmer aufgefordert, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen und nicht nur nach Gewinn zu streben, schreibt die Netzeitung ("Bofinger fordert menschliche Wirtschaft").

Was sie verschwiegen hat, ist, daß zur Zeit innerhalb der Kirchen sich alles darum dreht, mit der verheerenden Finanzkrise zu Recht zu kommen. Da werden Mitarbeiter entlassen, die Löhne der verbleibenden Mitarbeiter gekürzt und Einrichtungen abgebaut. Auch die finanzielle Situation ihres eigenen Haushalts sieht nicht besonders rosig aus. Siehe dazu die "Haushaltsrede während der Synode im November 2004 zum Haushalt 2005/6" (PDF) von Vizepräsident Dr. Rolf Krämer. Danach werden im Jahre 2006 im Vergleich zum laufenden Jahr die Mittel für Mission und Ökumene gekürzt, hingegen die Mittel für die Kirchenleitung und Zentrale Verwaltung gesteigert - was ich nicht kritisiere, um es mir nicht mit Gott zu verderben. Siehe auch: "Segensreich. Die Zukunft der Gotteshäuser" von Christiane Reymann, in: Deutschlandradio vom 5. Februar 2005.

Die Kirchen haben in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren fast acht Millionen Mitglieder verloren. Vielleicht sollten sich die deutschen Bischöfe mehr um ihre Läden kümmern, statt Außenstehenden inkompetente betriebswirtschaftliche Ratschläge zu erteilen.