Sonntag, Juni 12, 2005

Gesetzlicher Mindestlohn contra Tarifautonomie.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Michael Sommer sollte mal mit sich ins Reine kommmen, ob er für die Tarifautonomie streiten möchte oder für einen gesetzlichen Mindeslohn: "DGB-Chef Sommer fordert 7,50 Euro Mindestlohn", in: Netzeitung vom 12. Juni 2005.

Ein gesetzlicher Mindestlohn in geforderter Höhe von 7,50 Euro würde für das Gastgewerbe in einzelnen Tarifbezirken eine Lohnerhöhung von bis zu 45 Prozent bedeuten. Die dafür notwendigen Preiserhöhungen von bis zu 20% sind aber - insbesondere in den betroffenen strukturschwachen Regionen - nicht durchsetzbar.

Überleben könnten nur an diesen Standorten nur Betriebe,
  • in denen einfache Tätigkeiten ersetzt werden durch Convenience-Produkte, durch Selbstbedienung oder durch Maschinen,
  • in denen die Inhaber selbst arbeiten,
  • Familienbetriebe, in denen viele Familienangehörige arbeiten, oder
  • Betriebe, die Mitarbeiter unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns beschäftigen, also "schwarz".
Anders ausgedrückt: sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse würden auf breiter Flur verschwinden.