Sonntag, Juni 19, 2005

Glotze.

Das Verhältnis von Gastronomen zum Fernsehen ist angespannt:
  • Man freut sich, wenn das eigene Objekt als Location angemietet wird und man für etwas, wofür man zahlen würde, bezahlt wird.
  • In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts haben wir das Fernsehen verflucht, weil sehr viele Gäste zu Hause vor der Glotze gesessen sind, um Straßenfeger wie "Das Stahlnetz" oder die "Familie Hesselbach" zu schauen. Andere Kollegen haben begonnnen, mit einem in der Kneipe stehenden Fernsehgerät all diejenigen anzulocken, die sich kein Gerät leisten konnten oder lieber in trauter Runde das Erste (und einzige) schauen wollten.
  • Heutzutage, dank Programmvielfalt, langweiligen Sendungen, Werbeunterbrechungen, Videorecordern und häufigen Wiederholungen, zittert wohl kein Gastronom mehr um seine Gäste.
  • In Bezug auf die Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2006, inbsesondere der Spiele der deutschen Mannschaft, wird dies bezweifelt. Wer diese Zweifel mitträgt, kann sich für sehr viel Geld das Recht erkaufen und die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, die WM-Spiele in seiner Gaststätte zu zeigen.
Mario Sixtus sagt voraus, daß der Fernsehkonsum (bzw. das was an seine Stelle treten wird) so individualisiert sein wird, daß wirklich kein Grund mehr besteht, deswegen einen Kneipenbesuch abzusagen: "Die Zukunft des TV".