Mittwoch, Juli 27, 2005

Den Konkurrenten (nicht) angreifen.

Der Spiegel berichtet, die SPD werde im Bundestagswahlkampf, die Kanzlerkandidatin der Opposition massiv angreifen: "SPD schießt sich auf Merkel ein".

Ich will der SPD davon nicht abraten. Es ist deren Problem, wenn sie nicht auf den Rat von Profis hören. Fachleute wissen, daß negative Kampagnen in der Endphase eines Wahlkampfes kontraproduktiv sind. Negative Kampagnen sind bestenfalls dazu geeignet, in einer frühen Wahlkampfphase die eigenen Wahlkämpfer wachzurütteln. Sie motivieren aber zugleich auch den Kern der Anhänger der Konkurrenten. In der späten Wahlkampfphase, in der wir uns wegen der vorgezogenen Neuwahlen bereits befinden, werden damit Wechselwähler abgeschreckt. Wenn die SPD in dieser Phase sich darauf beschränkt, ihre eigenen Anhänger zu mobilisieren, gibt sie die wahlentscheidenden Wechselwähler verloren.

Wenn Sie selbst aber einmal als Gastronom in eine direkten Wettbewerb mit einem Konkurrenten geraten, Sie ein Kollege ärgert, mein Tipp: Lassen Sie die Finger davon, den "Gegner" schlecht zu machen. Besinnen Sie sich stattdessen auf Ihre eigenen Stärken und streichen sie Ihre Unique Selling Propositions heraus. Und wenn der Wettbewerber wirklich gut aus, versuchen Sie mit ihm zusammenzuarbeiten, machen Sie Gemeinschaftswerbung, lernen und profitieren Sie von ihm.