Samstag, Juli 23, 2005

ritzy.

In Amerika und England steht ritzy für luxuriös, vortrefflich, fashionable. Der Begriff ist eine Hommage an Cäsar Ritz. "Hotelier der Könige und König der Hoteliers" wurde er von seinem Freund König Eduard VII genannt. Das 1898 erbaute Pariser Hotel "Ritz" trägt seinen Namen.

In der Küche dieses Hotels arbeitete Georges-Auguste Escoffier (1847-1935), der dort als Küchenchef die Arbeitswelt der Köche revolutionierte. Er führte eine strenge Arbeitsteilung ein. In der "brigade de cuisine" (Küchenbrigade oder kitchen team) arbeiten gut trainierte Experten mit klar definierten Aufgabengebieten. Diese Brigaden bestanden aus einem "chef", auch "gros bonnet" genannt, einem "sauce chef", einem "entremettier" für Suppen, Gemüse und Nachspeisen, einem "rôtisseur" für das Fleisch und einem "garde manger" für alle Beilagen und kalten Speisen. Escoffier's Werk "Guide culinaire" avancierte später zur "Bibel aller Köche" (Deutsche Übersetzung von Walter Bickel).

Insoweit ist der Name ritzy für ein neues Weiterbildungsangebot für Hotellerie, Gastronomie und Tourismus im schweizerischen Kanton Wallis gut gewählt.

Hintergrund dieses Portals ist eine radikale Veränderung der Zulassungsbedingungen für die Gastronomie in Wallis. Bis 2004 sind Wirte- und Hotelfachkurse obligatorisch gewesen. Neueinsteiger müssen nunmehr nur eine eintägige Prüfung über die grundlegenden Kenntnisse ablegen und können sich darauf vorbereiten wie und wo sie wollen, also auch online, z.B. auf dem Portal ritzy in einem virtuellen Klassenzimmer mit modularen Kursen. Wer nicht online bzw. mit Schulungsunterlagen, die per CD-ROM zur Verfügung gestellt werden, kann auch Präsenzveranstaltungen besuchen.

Finanziert werden diese Aus- und Weiterbildungsaktivitäten durch Abgaben, die zwangsweise von den Walliser Restaurations- und Beherbergungsbetrieben (incl. Campingplatzbetreiber) erhoben werden (gemäß Art. 17 des Gesetzes über die Beherbergung, die Bewirtung und den Kleinhandel mit alkoholischen Getränken).

Die Kurse kann man auch belegen, wenn man nicht Inhaber oder Mitarbeiter eines Walliser Betriebes ist, der dafür Beiträge zahlt. Dann aber sind die Kurse gebührenpflichtig.

Das Kursangebot ist beeindruckend und für deutsche Verhältnisse innovativ:So wundert es mich nicht, daß die Gastgewerbe Gedankensplitter, die Sie gerade lesen, in der Linksammlung von ritzy nicht fehlen.