Mittwoch, Juli 20, 2005

Tarifkonflikt in Bayern.

Der bayerische Landesbezirk der Gewerkschaft Nahrung, Genuß und Gaststätten fährt eine massive Schmutzkampagne gegen einige Gastronomen in München: "In der Münchner Gastronomie wird weiterhin gelogen und betrogen!" vom 18. Juli 2005.

Hintergrund der Vorwürfe ist die Tatsache, daß zum 31. März 2005 der Lohntarifvertrag zwischen der NGG und dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband gekündigt worden ist. Dieser Tarifvertrag entfaltet seine Fortwirkung deshalb nur noch für solche Beschäftigungsverhältnisse, die vor dem 31. März 2005 abgeschlossen worden sind und bei denen
  • der Arbeitgeber Mitglied der DEHOGA und der Arbeitnehmer Mitglied der NGG ist oder
  • bei denen im Arbeitsvertrag explizit auf den Tarifvertrag Bezug genommen worden ist.
Seitdem sind bayerische Arbeitgeber, auch wenn sie der DEHOGA angehören, tariffrei. Allein der Wucherparagraph begrenzt die Lohnhöhe nach unten auf einen Lohn, der maximal bis zu 30% unter dem ortsueblichen liegt.

Seit April 2005 bewegen sich deshalb die Löhne im bayerischen Gastgewerbe bei neuen Arbeitsverträgen in Richtung auf marktkonforme 5 Euro je Stunde für ungelernte Kräfte im Raum München.