Montag, August 15, 2005

Community Table.

Viele Existenzgründer in der Gastronomie machen sich zu wenig Gedanken über die Frage der Größe ihrer Tische, der Beschaffenheit der Oberfläche, ihrer Form, ihrer Tiefe und für wieviele Personen sie geeignet sein sollen. Bei der Frage der Anzahl der Sitzplätze an den Tischen sollten auch regionale Unterschiede in die Überlegungen einfließen. So ist man in Süddeutschland meist gerne, zumindest eher als im steifen Norden, bereit, fremde Menschen an den eigenen Tisch zu lassen. Große Tische für 8, 12 oder noch mehr Personen werden also nicht von Singles oder Pärchen blockiert, sondern später eintreffende Gäste setzen sich einfach dazu und rücken zusammen. Natürlich fragen Sie vorher rethorisch an, ob es erlaubt ist (auf den Tisch klopfen genuegt auch). Das ist nicht nur gut für die zwischenmenschliche Kommunikation sondern erfreut auch den Wirt. Der kann ja nicht zufrieden sein, wenn zwar an allen Tischen jemand sitzt, aber nicht alle Stühle besetzt sind. Und Alternativlösungen wie sind nicht überall machbar.

Das N.Y.C. in Frankfurt am Main, also im Niemandsland des Weißwurstäquators, hat aus der Not mit großen Tischen eine Tugend gemacht. Es gibt dort einen "Community Table". Dort finden bis zu 15 Leute Platz und in der Regel einen Gesprächspartner dazu. Bei uns würde man nicht so denglisch von "Community Table" daher plappern, sondern sowas schlicht einen Stammtisch nennen.