Dienstag, August 23, 2005

Mindestlohn: auf ein Neues.

Die Linkspartei schreitet auf dem Weg zum gerechten Lohn voran und ändert ihre Forderung von 1.400 Euro brutto monatlich auf 1.000 Euro netto monatlich: "Linkspartei entschärft Streit um Mindestlohn", in: Financial Times Deutschland. Daraus ergibt sich ein Netto-Stundenlohn von 5,78 Euro.

Wie man einen Nettolohn gesetzgeberisch festlegen will, frage ich mich dann doch mal in meiner multiplen Persönlichkeit als Lohnbuchhalter. Man müßte bei den betroffenen Arbeitnehmern die Bruttolöhne differenzieren, um den selben Mindestnettolohn zu erreichen. Unterschiedliche Bruttolöhne halten jedoch bei gleicher Arbeit im selben Unternehmen einer Klage des Arbeitnehmers mit dem geringeren Bruttolohn auf gleiche Bezahlung nicht stand. Außerdem müsste man bei sich verändernden Abzügen (etwa Änderung des Familienstands, der Kinderanzahl, der Krankenkassenzugehörigkeit oder Änderungen der Beitragssätze zu den Sozialversicherungen) jedes Mal den Bruttolohn neu verhandeln oder festlegen, um wieder auf den Mindestnettolohn zu kommen. Aus diesem Grunde werden in Arbeitsverträgen regelmäßig Brutto- und nicht Nettolöhne vereinbart. Anders formuliert: diese Idee der SED/SED-PDS/PDS/Die Linkpartei ist ein Schmarrn.