Freitag, Oktober 14, 2005

Ab 2006: Pflicht zur elektronischen Uebermittlung von Sozialversicherungsmeldungen und Beitragsnachweisen.

Bereits seit dem 1.1.2005 sind Arbeitgeber und Unternehmer theoretisch verpflichtet, Lohnsteuerbescheinigungen sowie Lohnsteuer- und Umsatzsteuer(vor)anmeldungen elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Praktisch hingegen gilt: "Elster ist tot".

Ab dem 1.1.2006 tritt die Verpflichtung hinzu, Sozialversicherungs- und Beitragsnachweise elektronisch an die Krankenkassen zu übermitteln.

sv.net steht für "Sozialversicherung im Internet" und ist eine Anwendung zur Kommunikation zwischen Arbeitgebern und den Annahmenstellen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Anwendung wird kostenlos zur Verfügung gestellt (d.h. auf CD-ROM zugesandt) und zwar einmal pro Arbeitgeber (jede weitere Bestellung einer sv.net Produktlizenz wird berechnet). Aber Vorsicht: Der Anbieter behält sich das Recht vor, jederzeit bei Updates abzukassieren.Es stehen zwei Versionen zur Verfügung:
  • sv.net/classic ist eine Software zur Installation auf einem PC
  • sv.net/online ein Internetanwendung.
Übermittelt werden müssen:
  • Meldungen zur Sozialversicherungen (An- und Abmeldungen, Jahresmeldungen usw.),
  • Beitragsnachweise.
Details zu sv.net/online finden Sie z.B. auf der Website der Innungskrankenkasse, aber auch auf den Websites der Minijob-Zentrale (Bundesknappschaft) und weiterer Krankenkassen.

Egal, bei welcher Kasse Sie Ihre Meldungen online erstellen, Sie können damit nicht nur die Meldungen an die jeweilige Kasse absetzen sondern auch die Meldungen an die anderen Kassen bzw. die Bundesknappschaft.

Bei den Untenehmen fällt, soweit sie ihre Lohn- und Gehaltsbuchhaltung im Hause erledigen, ein erheblicher Aufwand an:
  • die Kosten der Beschaffung des notwendigen Zertifikats, wenn ein Lohn- und Gehaltsprogramm statt sv.net classic zur elektronischen Versendung von Meldungen und Beitragsnachweisen benutzt werden soll (die AOK Bayern verkauft eine dreijährige Lizenz z.B. für 45 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer),
  • die Kosten der Installation der Software und deren Updates (zur Zeit noch kostenlos),
  • Aufwand zum Lernen der korrekten Bedienung dieser Software an (die AOK Bayern bietet zweistündige Kurse; die Personal- und Reisekosten der Teilnehmer muß der Arbeitgeber tragen).
Profiteure sind allein die Finanzbehörden und Krankenkassen, die sich die manuelle Erfassung bzw. das Einscannen der Formulare sparen.

Unfreundlicherweise ist sv.net/clasic kein Ersatz für klassische Abrechnungsprogramme (dann wäre dieses Programm auch für Arbeitgeber nützlich), da weder Entgelte noch Sozialversicherungsbeiträge und steuerliche Abzüge errechnet werden.