Donnerstag, November 10, 2005

Auswirkungen des Koalitionsvertrages auf das Gastgewerbe II.

In Ergänzung zu meinem gestrigen Beitrag Auswirkungen des Koalitionsvertrages auf das Gastgewerbe" ein paar weitere vermutliche Inhalte des Koalitionsvertrages, die angeblich bekannt geworden sind:
  • Der Sparerfreibetrag soll von 1.370 auf 750 Euro pro Person gekürzt werden. Dies kann man einfach umgehen, indem man Vermögen in Formen anlegt, bei denen keine laufenden Erträge anfallen sondern sich das Vermögen erhöht, z.B. dividendenlosen Aktien.
  • Die Pendlerpauschale soll für die ersten 20 Kilometer gestrichen werden. Ab dem 21. Kilometer können 30 Cent pro Kilometer steuerlich geltend gemacht werden. Dies betrifft nur Fahrten zwischen Wohnort und Betrieb. Betrieblich bedingte Fahrten bleiben steuerlich absetzbar.
  • Im Gegenzug solle der Arbeitnehmerpauschbetrag von 920 auf 1100 Euro angehoben werden.
  • Ab einem Einkommen von 130.000 oder 250.000 Euro (bei einem Single) soll das übersteigende Einkommen mit einer "Reichensteuer" (einem speziellen Zuschlag zur Einkommensteuer) von 3% besteuert werden.
  • Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Arbeitszimmern soll eingeschränkt werden. Die Kosten für die anteilige Miete und Nebenkosten sowie der Einrichtung usw. sind in Zukunft nur noch abzugsfähig, wenn das Zimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bilde. Was das für einen Gastronomen bedeuten soll, der z.B. über seiner Gaststätte eine Pächterwohnung bewohnt und darin ein Arbeitszimmer nutzt, weiß ich nicht und wird dann wohl auch die Finanzbehörden und -gerichte beschäftigen.
  • Privatleute könnnen die Kosten für den Steuerberater nicht mehr von der Steuer absetzen. Diese geplante Änderung verstehe ich nicht, denn bei Einzelunternehmen ist die steuerliche Beratung in bezug auf betriebliche Steuern und persönlichen Steuern eigentlich ein einheitlicher Prozeß. Selbst wenn in Zukunft z.B. die Kosten für die Beratung bei der Umsatz- und Gewerbesteuer weiterhin absetzbar, die Kosten für die Beratung bei der Einkommensteuer nicht mehr absetzbar wären, gibt es insoweit Gestaltungsmöglichkeiten, als der Steuerberater mit seinem Mandanten vereinaren kann, daß er die Gebühren bei den absetzbaren Kosten höher ansetzt und bei den nicht absetzbaren Kosten entsprechend geringer.