Mittwoch, November 09, 2005

Beweiskraft von Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigungen.

Krankenkassen-Direkt.de berichtet über ein Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) vom 08.11.2005 zur Frage, welche Beweiskraft einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zukommt: "Gericht schränkt Beweiskraft von Krankschreibungen ein".

Mir geht bei einem solchen Urteil das Messer in der Hosentasche auf:
  • Arbeitgeber tun sich verdammt schwer, selbst angesichts von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, mit denen sich der Arzt nur das Wohlwollen seines Patienten sichern will, die Lohnfortzahlung zu verweigern.
  • Die Krankenkassen reagieren meist unwirsch, wenn man darum bittet, der Medizinische Dienst möge der Sache auf den Grund gehen. Sie werden in der Regel erst dann aktiv, sobald sie selbst Krankengeld zahlen zahlen müssen.
  • Ein typisches Fehlverhalten von vielen Ärzten ist zum Beispiel, gar nicht nach der Arbeitstätigkeit des Patienten zu fragen. Man schreibt Patienten krank und legt einen Termin zur Prüfung auf einen bzw. den kommenden Montag, auch wenn es durchaus sein kann, daß man den Patienten auch schon am Freitag vorher gesund schreiben könnte. Daß es im Gastgewerbe einen erheblicher Unterschied ausmacht, ob jemand bereits am Freitag oder erst am Montag wieder gesund geschrieben wird (weil dazwischen ein arbeitsreiches Wochenende liegt) fällt kaum einem Arzt auf.
Ich habe es mir in solchen Fällen mittlerweile angewöhnt, der betreffenden Arztpraxis gehörig den Marsch zu blasen. Das nützt zwar auch wenig, aber beruhigt wenigstens meinen Blutdruck.

Andererseits muß ich nicht wenigen Arbeitnehmern meinen Respekt aussprechen. Sie wundern sich gelegentlich selbst über die allzu großzügige Krankschreibung und nehmen, wenn sie sich gesund fühlen, trotzdem vorzeitig die Arbeit wieder auf.