Sonntag, November 13, 2005

DTV-Praesident Braune: Geplante Mehrwertsteuererhoehung "Gift" für Hotellerie und Gastronomie in Deutschland.

Die derzeit in den Koalitionsverhandlungen in Berlin diskutierte Absicht der künftigen Bundesregierung, die Mehrwertsteuer auf 18 oder gar 20 Prozent zu erhöhen, lehnt der Vorstand des "Deutschen Tourismusverbandes (DTV) einmütig ab. Er weist ausdrücklich auf die enormen Wettbewerbsnachteile hin, welche die Hotellerie und Gastronomie in Deutschland treffen würden.

In 21 von 25 EU-Mitgliedsstaaten gilt für das Beherbergungsgewerbe ein reduzierter Mehrwertsteuersatz. Die deutsche Hotellerie nimmt nach Dänemark (25 Prozent), der Slowakei (19 Prozent) und Großbritannien (17,5 Prozent) beim derzeit gültigen Steuersatz von 16 Prozent bereits eine Spitzenstellung in Bezug auf die Steuerbelastung ein.

Diese ohnehin schon bestehenden Nachteile für die heimische Tourismusbranche würden durch eine weitere Mehrwertsteuererhöhung zusätzlich vergrößert. Aus Sicht des DTV-Vorstandes gefährdet jede Steuererhöhung die Wachstumschancen der Branche und wirkt sich negativ auf die Umsatzentwicklung aus. Immerhin sind 1.100.126 Millionen Arbeitsplätze allein im deutschen Gastgewerbe betroffen. Das Umsatzvolumen im Tourismus ist enorm. Die Nettumsätze in Höhe von 31,9 Milliarden Euro im übernachtenden Tourismus sowie 77,5 Milliarden Euro bei den privaten und geschäftlichen Tagesreisen (für Unterkunft, Verpflegung, Einkauf, Freizeit / Unterhaltung, lokaler Transport) als auch die Ausgaben in Höhe von 68,0 Milliarden Euro für die An- und Abreise, gilt es zu sichern (Quelle: Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr, München 2005). Eine höhere Mehrwertsteuer kann die Ausgaben für Reisen in Deutschland nicht fördern.

Nicht nur in den unmittelbaren Grenzregionen ginge der europäische Wettbewerb für das deutsche Gastgewerbe verloren.
"Die Schere zwischen den deutschen Anbietern und ihren internationalen Mitbewerbern wird durch jeden Prozentpunkt einer Mehrwertsteuererhöhung noch größer und schadet der Wettbewerbsfähigkeit der Branche"
warnt DTV-Präsident Tilo Braune. Er fordert die künftige Bundesregierung auf, trotz aller dringend notwendigen Sparmaßnahmen, auf eine Mehrwertsteuererhöhung zu verzichten oder aber einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für das Gastgewerbe zu beschließen. (Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Tourismusverbandes e.V.).