Dienstag, November 15, 2005

Einfache Rechnung: 19 % MwSt = Massiver Arbeitsplatzabbau in Hotels.

"Wer die Mehrwertsteuer auf 19 Prozent erhöht, um Löcher im Etat zu stopfen, reißt neue in den Arbeitsmarkt und folgend in die Sozialsysteme"
beschreibt Hermann Große Holtforth, Präsident des DEHOGA Nordrhein, das bittere Szenario.
"Wer im Gegenteil für die Beherbergungsbetriebe den reduzierten Mehrwertsteuersatz einführt, schafft Tausende von Arbeitsplätzen!"
CDU/CSU und SPD scheinen sich allerdings einig zu sein, den Mehrwertsteuersatz von derzeit 16 auf 19 Prozent anzuheben. Damit droht die ohnehin schwächelnde Hotelkonjunktur, auch am Nordrhein abgewürgt zu werden.
"Wir im Gastgewerbe allgemein und in der Hotellerie im Besonderen gehören zu den Branchen in Deutschland, die noch über ein stattliches Jobpotenzial verfügen. Aber Haushaltskonsolidierung scheint mittlerweile über Arbeitsplatzaufbau zu gehen."
Große Holtforth schüttelt ernüchtert den Kopf.

Nordrheinische Hotels stehen nicht nur untereinander im Wettbewerb, sondern auch in einem internationalen, vor allen Dingen mit den direkten Nachbarn, also mit Hotels in den Niederlanden und Belgien. Diese profitieren wie andere Betriebe in Ländern der Europäischen Union (21 von 25) von reduzierten Mehrwertsteuersätzen im Beherbergungsgewerbe. So entrichtet zum Beispiel ein Betrieb in Eupen oder Venlo eine Mehrwertsteuer in Höhe von sechs Prozent. Bei einer weiteren Erhöhung in Deutschland wüchse sich dieser schon jetzt eklatante Wettbewerbsnachteil auf 13 Prozentpunkte aus, was eine Übernachtung umgerechnet 12,6 Prozent teurer machte.

Wenn schon eine Erhöhung des allgemeinen Mehrwertsteuersatzes den Großkoalitionären unausweichlich zur Sanierung der Staatsfinanzen erscheint, muss dies unabdingbar mit der Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Beherbergungsdienstleistungen in Deutschland einhergehen.
"Alles andere bringt bei der bestehenden Preissensibilität unserer Gäste keine Trendwende am Arbeitsmarkt, sondern vernichtet sogar zusätzlich Jobs und vergrößert die Probleme des Landes"
bringt Hermann Große Holtforth die Forderung der Branche auf den Punkt. (Quelle: Pressemitteilung der DEHOGA Nordrhein).