Mittwoch, November 16, 2005

Mass Customization Blog.

mass-customization.blogs.com ist ein neuer Blog von Dr. Frank T. Piller, dem deutschen Guru für Mass Customization, der an der TU München in der Forschungsgruppe "Customer Driven Value Creation" tätig ist sowie am MIT Sloan School of Management in Cambridge/Massachusetts.

Dieser Blog ergänzt die Website www.mass-customization.de und den Newsletter "Mass Customzition & Open Innovation News", der alle 3 bis 4 Monate kostenlos erscheint und im 8. Jahrgang über 5.000 Abonnenten erreicht. Der Informationsfluß wird durch den Blog erheblich beschleunigt, denn man kann neue Blogeinträge per RSS beziehen, was ja auch viele Leser des Blogs, das Sie gerade lesen, seit langem zu schätzen wissen.

Wäre noch zu erklären, was man sich denn überhaupt unter "Mass Customization" vorzustellen hat. Frank T. Piller erklärt es so:
"Mass customization refers to a customer co-design process of products and services which meet the needs of each individual customer with regard to certain product features . All operations are performed within a fixed solution space, characterized by stable but still flexible and responsive processes. As a result, the costs associated with customization allow for a price level that does not imply a switch in an upper market segment."
Verständlicher wird, was damit gemeint ist, wenn man sich die Fallbeispiele anschaut (in deutsch), die von Frank T. Piller auf seiner Website vorgestellt werden.

Dann kann man auch die Bedeutung dieses Denkansatzes für die Gastronomie erahnen: Stark individualisierte Erwartungen der Gäste an Produkte und Dienstleistungen auf der einen Seite und steigende Personalkosten bzw. eine in den nächsten Jahrzehnten drohende Personalknappheit legen Lösungen nahe, bei denen die Gäste stärker als bisher selbst Produkte zusammenstellen und/oder an der Herstellung mitwirken (Teil- und Selbstbedienungskonzepte). Ein eher triviales Beispiel ist die Möglichkeit, sich Zutaten zusammenzustellen, die dann von einem Mitarbeiter oder gar von den Gästen selbst zubereitet werden. Für Kenner bayerischer und fränkischer Biergarten eine alte Geschichte: Die Gäste bringen sich ihre Brotzeit mit incl. Tischdecke, Geschirr und Besteck und kaufen, wenn Sie wollen, vor Ort dazu. Das senkt die fixen und variablen Kosten des Biergarten- bzw. Bierkellerwirts ganz erheblich, erleichtert angesichts von Wetterschwankungen die Organisation ungemein und erlaubt dem Gastronomen ein preislich konkurrenzfähiges Angebot.