Sonntag, Dezember 25, 2005

Der Biermarkt vor der Internorga 2006.

Die Gastronomie ist für das Braugewerbe ein zentraler Absatzmarkt. Entsprechend umfassend präsentiert sich die Branche auf der Internorga 2006. Im Vorfeld der 80. Internationalen Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien geben ausgewiesene Branchenexperten Auskunft über aktuelle Trends und die Entwicklung des deutschen Biermarkts. Die Internorga findet vom 3. bis 8. März 2006 auf dem Hamburger Messegelände statt.

Übereinstimmung herrscht beim Rückblick ? Michael Scherer, Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände:
"Wir haben weiterhin einen leichten Absatzrückgang zu verzeichnen. Ich schätze aber, bei einem Minus um etwa ein Prozent im Vergleich zu 2004 kommen wir mit einem blauen Auge davon."
Prof. Wolfgang Salewski, Sprecher des Vorstands der Brau Holding International AG und Vorsitzender der Geschäftsführung der Paulaner Brauerei GmbH & Co. KG, urteilt:
"Es war ein schwieriges Jahr ? in Bayern etwas besser, im Norden etwas schlechter als 2004."
Hinsichtlich der Marktentwicklung beobachtet Scherer:
"Offenbar herrscht zunehmend eine Markenkonjunktur und weniger eine Branchenkonjunktur."
Zuwächse sieht er eindeutig im Niedrigpreisbereich. Aber auch hochpreisige Biere und Spezialitäten schnitten gut ab. So konnten sich beispielsweise Carlsberg Beer und Duckstein der Carlsberg Deutschland Gruppe (früher Holsten-Gruppe, Hamburg) in immer mehr gastronomischen Betrieben durchsetzen.

Voll eingeschlagen hat das so genannte Gold-Bier. Vorreiter Beck?s hat damit laut Scherer eine fulminante Produktinnovation geschaffen.
"Gold-Biere passen genau in den seit längerem zu beobachtenden Trend zu Malz betonten, süffigeren und weniger herben Bieren"
berichtet Birte Kleppien, Pressesprecherin vom Deutschen Brauer-Bund. Inzwischen hat fast jede Brauerei, die etwas auf sich hält, ein "Gold-Bier" aufgelegt - bei Carlsberg Deutschland heißen sie beispielsweise "Holsten Knight" und "Lübzer Life". Auch das noch jüngere "Beck?s Green Lemon" entwickelt sich laut Scherer dynamisch.

Stark nachgefragt werden auch Export- und Weizenbiere. Dieser Trend wird nach Ansicht von Klepien weiter anhalten. Prof. Salewski verweist nicht ohne Stolz auf den großen Erfolg seines Hauses:
"Weißbier wächst sehr gut und Paulaner am besten. Wir sind wieder Markt- und Preisführer beim Weißbier, nicht zuletzt, weil wir konsequent an Qualität und Geschmack gearbeitet haben."
Für die kommende Saison erwartet Scherer weitere Neuheiten im Bereich der Biermischgetränke:
"Es werden Mischungen kreiert, die den gesundheitsfördernden Charakter des Getränks unterstreichen, also Biere mit Fruchsäften, Vitaminen und Mineralien: Der Wellness-Gedanke erfasst den Biermarkt."
Hinzu kommen nach Ansicht von Birte Kleppien Biere und Mischgetränke, die in Geschmack, Design und Gebindegrößen auf bestimmte, auch jüngere Zielgruppen zugeschnitten sind.

Prof. Salewski will mit der Paulaner-Brauerei einen eigenen Weg gehen:
"Ich denke, Biermischgetränke bleiben ein Randbereich. Das Bier selbst hat so viel innere Qualität, die man noch enorm weiter entwickeln kann mit neuen Geschmackstypen und neuen Sorten. Wir legen den Schwerpunkt auf die Qualität der Zutaten ? denn Hopfen ist nicht gleich Hopfen, Gerste nicht gleich Gerste. Da gibt es riesigen Spielraum, um am Geschmack zu arbeiten."
Der Paulaner-Chef fährt fort:
"Ich will weg von der Einheitsmarke, wieder hin zum regionalen Qualitäts- und Geschmacksbier mit selbstständig geführten Brauereien."
Auf der INTERNORGA will Prof. Salewski Kunden und Kollegen seine Bier-Philosophie vermitteln.

Noch eine gute Nachricht zur INTERNORGA: Die Gastronomie rückt wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses deutscher Brauer. Wolfgang Burgard, Vorstandsvorsitzender der Holsten-Brauerei AG:
"Wir konzentrieren uns verstärkt auf die Gastronomie. Im Fokus stehen dabei Partner, die bei der Entwicklung ihrer Gastronomieobjekte innovatives Engagement beweisen. Besonders gelungene Konzepte zeichnen wir jährlich mit dem Carlsberg-Preis aus, den wir im November 2005 beim Norddeutschen Gastrotreff in Hamburg erstmals verliehen haben".
Viel vorgenommen haben sich Deutschlands Brauer auch zur Fußball-WM. Birte Kleppien:
"Nicht nur der Deutsche Brauer-Bund und die CMA sondern auch viele deutsche Brauer werden in dem sehr eng gesteckten rechtlichen Rahmen kreative Aktionen starten."
"Wir machen die WM zu einem großen Kunden-Event, werden mit ihnen gemeinsam die Spiele ansehen und ihnen anschließend unsere Gastronomie nahe bringen"
berichtet Prof. Salewski und kündigt an:
"Die Münchner Brauereien wollen als Mega-Event kurz vor der WM die größte Biertafel der Welt von der Feldherrenhalle bis zur Münchner Freiheit errichten."
Die INTERNORGA, 80. Internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien, ist vom 3. bis 8. März 2006 täglich von 10 bis 18 Uhr auf dem Hamburger Messegelände geöffnet. Rund 950 Aussteller aus 20 Ländern präsentieren Neuheiten, Trends und Komplettlösungen für den modernen Außer-Haus-Markt. Eintritt für Fachbesucher: 23 Euro (Zweitageskarte 32 Euro), Fachschüler: 10 Euro. Der Einlass erfolgt nur nach Legitimation als Fachbesucher. (Quelle: Pressemitteilung der Internorga).