Freitag, Dezember 16, 2005

Elektronischer Bundesanzeiger.

"Noch ein Jahr bis zum Online-Handelsregister" freut sich Simon Hengel im akadeMix, dem Blog der Akademie.de. Ich freue mich gerne mit über die geplante Beschleunigung der Eintragung neuer Unternehmen ins Handelsregister und den Wegfall der Kosten für die Pflichtanzeigen, sehe aber eine Schwierigkeit auf bestehende Unternehmen zukommen.

Zur Zeit sind zwar alle Unternehmen verpflichtet, Jahresabschlüsse beim zuständigen Registergericht einzureichen. Aber das machen nur sehr wenige. Und die Registergerichte haben keine Zeit oder keine Lust, ausstehende Jahresabschlüsse anzumahnen oder gar Zwangsgelder anzudrohen. Die geplante Neuregelung verlagert die Zuständigkeit für die Entgegennahme, Speicherung und Veröffentlichung von den Amtsgerichten (als Registergerichte) auf den elektronischen Bundesanzeiger.
"Damit werden die Gerichte von justizfernem Verwaltungsaufwand entlastet und der elektronische Bundesanzeiger zu einem zentralen Veröffentlichungsorgan für wirtschaftsrechtliche Bekanntmachungen ausgebaut."
Nach der Umstellung können die Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers automatisiert feststellen, welche Jahresabschlüsse fehlen. Sie können dann flächendeckend gegen alle Unternehmen vorgehen, die aus guten Gründen zögern oder sich weigern, ihre Jahresabschlüsse zur Veröffentlichung einzureichen und nichts zu befürchten haben, da die Registergerichte den Arsch nicht hochbekommen.

Mein Tipp: Reden Sie vor dem nächsten Jahresabschluß mit Ihrem Steuerberater und komprimieren Sie Ihren Jahresabschluß - insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung - so stark, daß er für Außenstehende an Informationsgehalt verliert.