Freitag, Dezember 30, 2005

Energiekosten in den Griff bekommen.

Stromsparende Ausstattungen, Klima- und Umwelttechnik sind Schwerpunkte auf der INTERGASTRA 2006 in Stuttgart.

Die Energiekosten steigen und steigen - für Unternehmer im Gastgewerbe wird es immer wichtiger, hier durch richtiges Verhalten im Betriebsalltag und durch weitsichtige Investitionen gegenzusteuern. Lösungsansätze können Unternehmer von der INTERGASTRA erwarten, die vom 18. bis 23. Februar 2006 in Stuttgart stattfindet. Rund 750 Aussteller aus dem In- und Ausland zeigen bei dieser Internationalen Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Catering, Konditorei und Café, innovative Konzepte und stellen Produktneuheiten vor. Das Thema Energieeffizienz spielt dabei eine immer größere Rolle.

Autofahrer merken es ständig beim Tanken: Die Energiepreise klettern in ungeahnte Höhen. Knapper werdende Ressourcen bei gleichzeitig enorm steigender Nachfrage von aufstrebenden Nationen wie China treiben den Ölpreis nach oben. Allein für dieses Jahr rechnet das Statistische Bundesamt beim leichten Heizöl mit einem Preisanstieg von 34,1 Prozent. Mit dem Öl steigen auch die Kosten für Strom und Gas - ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

Damit wird es für Unternehmer im Gastgewerbe immer wichtiger, in ihren Betrieben über Energiesparen nachzudenken - und zu handeln. Denn Energiesparen lohnt sich:
"Bei durchschnittlich sechs Prozent vom Umsatz liegen die Energiekosten in Hotellerie und Gastronomie"
sagt Sven Eckardt vom Institut für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart. Er ist als freier Energieberater für den DEHOGA-Landesverband Baden-Württemberg tätig, kennt daher viele gastgewerbliche Betriebe und weiß, dass es auch anders geht: Die besten Betriebe liegen bei den Energiekosten zwischen zwei und drei Prozent vom Umsatz. Eckardts Empfehlung:
"Wer über sechs Prozent liegt, sollte dringend etwas tun."
Das muss in einem ersten Schritt nicht zwingend mit Investitionen verbunden sein. Energiesparen im Betrieb beginnt damit, dass man die Kosten für Heizung, Lüftung und Warmwasser systematisch erfasst und mit diesen Kennzahlen bewusst umgeht. Eckardt beginnt seine Beratung in den Betrieben mit einer Verhaltensschulung.
"Das allein schon bringt viel"
sagt der Fachmann. Oft seien schlicht die Regler am Brenner oder an den Heizkörpern falsch eingestellt oder die Einstellung für die Nachtabsenkung sei nicht der Uhrzeit angepasst. Schnelle Wirkung ohne Investitionen zeige oft eine Vertragsüberprüfung:
"Manche Energieanbieter haben herbe Konditionen"
weiß Eckardt aus Erfahrung.

Neben energiebewusstem Verhalten und der Tarifüberprüfung hilft vor allem die richtige Technik beim Energiesparen und da bietet der Markt viele Möglichkeiten: Eine Anlage zur Lastspitzen-Optimierung hilft zum Beispiel all jenen, deren Strompreis sich unter anderem nach den Spitzenverbrauch richtet. Eine Überprüfung der Energieeffizienz älterer Geräte wie Waschmaschinen und Kombidämpfer sowie ein Vergleich mit dem heutigen Angebot der Hersteller kann sich genauso lohnen wie der Umstieg auf die Induktionstechnik beim Herdblock in der Restaurantküche. Der bringt nicht nur beim Energieverbrauch eine enorme Entlastung, sondern auch bei der Entlüftung.

Für Hotels ab einer bestimmten Größe kann sich eine Keycard, mit der ein Gast den Hauptschalter im Zimmer aktiviert, ebenso kostensenkend auswirken wie die Installation von Durchlaufbegrenzern in Duschen und bei den Waschbecken.
"Strom und Belüftung in den Gästezimmern lassen sich von der Rezeption aus belegungsabhängig regeln, wenn man diese Möglichkeit beim Neu- oder Umbau im Energiekonzept bedacht hat"
so der Fachmann von der Uni Stuttgart.

Für Sven Eckardt sind im Hotelbereich auch Solarkollektoren nicht nur eine umweltfreundliche Technologie, sondern gute Möglichkeiten, sich von der bedrohlichen Preisentwicklung auf dem herkömmlichen Energiemarkt unabhängiger zu machen. Häufig gibt es für den Einsatz dieser Technologien öffentliche Fördergelder. Aber nicht nur deshalb kann ein Umstieg bei der Energieversorgung schnell wirtschaftlich sein: Ein Blockheizkraftwerk zum Beispiel hat nach Eckardts Erfahrung eine Amortisationszeit von drei bis fünf Jahren. Geht die Preisentwicklung weiter wie in den vergangenen Jahren, werden solche Alternativen immer interessanter. Der Energieberater kennt sogar Beispiele, bei denen sich die Deckung der Grund- und Mittellast durch eine Holzheizung rechnet.

Führende Hersteller energiesparender Technologien sind auf der INTERGASTRA vom 18. bis 23. Februar 2006 präsent und machen den Besuch der großen Stuttgarter Branchenfachmesse in Sachen Energiekosten-Optimierung zu einer lohnenswerten Investition. Darüber hinaus wird zum vierten Mal von der Messe Stuttgart und vom DEHOGA Baden-Württemberg ausgeschriebene Gastro-Innovations-Preis dazu beitragen, dass die INTERGASTRA-Besucher auf dem Stuttgarter Killesberg auch beim Thema Energiesparen besonders innovative Lösungen präsentiert bekommen. (Quelle: Pressemitteilung der Intergastra).