Dienstag, Dezember 13, 2005

Freibier-Gesichter.

Mit Freibier macht man jede Kneipe voll. Auf diese Binsenweisheit scheint sich das Marketing-Know How von Bill Gates zurück zu entwickeln. Der schwadroniert, Microsoft könne Nutzern der Suchmaschine MSN Search für deren Nutzung bezahlen: "Schnell reich mit MSN Search", in: Internet Pro Weblog.

Doch wären die Werbekunden, die auf dieser Such-Website Anzeigen schalten oder schalten sollen, darüber erfreut? "Freibier-Gesichter" sind für die meisten Inserenten, die nichts zu verschenken haben, keine Zielgruppe.

Wenn man etwas genauer hinschaut, kann man sich der Idee von Bill Gates anschließen. Z.B. schüttet das Anzeigennetzwerk Google Adsense seinen Partner knapp 76% der Anzeigenerlöse aus. Wenn man einen kleinen Teil dieser Anzeigenerlöse an die User der Suchmasche ausschütten würde, würde dies die Profitabilität des Anzeigennetzwerks wohl nicht wesentlich mildern.

Die Nutzer dürften jedoch nicht bezahlt werden für AdClicks, sondern nur für die Benutzung der Suchmaschine an sich, um die Inserenten nicht mit kaufunwilligen Besuchern zu überschwemmen.

Das geplante Angebot eines kostenlosen Internetzugangs in ausgewählten Städten der USA geht im Grunde in diese Richtung: Google subventioniert damit den Netzzutritt und lotst die Besucher auf seine Suchmaschine, ohne das weitere Verhalten der User zu beeinflussen. Siehe dazu: "Google überzieht seinen Heimatort mit WLAN-Netz", in: heise online vom 17. November 2005.