Montag, Dezember 26, 2005

Mindestloehne sind nur eine Notloesung.

Prof. Dr. Gustav-Adolf Horn, der Leiter des Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsabhängigen Hans-Böckler-Stiftung, hält Mindestlöhne nur für eine Notlösung (siehe ein Interview im Spiegel vom 26. Dezember 2005: "Dann stürzen die Löhne ins Bodenlose").
"Das ist nur eine Notlösung. Ich plädiere für tariflich vereinbarte Löhne, das ist ja faktisch auch ein ökonomischer Mindestlohn. Ich hätte den Gesetzgeber lieber raus aus dieser Geschichte. Man muss jedoch den Verhältnissen Rechnung tragen. Wenn es, wie in vielen Teilen Ostdeutschlands, keine Tarifparteien mehr gibt, dann ist der Gesetzgeber gefordert - und dann kommt man um einen Mindestlohn nicht herum. Wir sind da im Moment auf dem Weg in amerikanische Verhältnisse, und die Amerikaner haben aus selbigem Grund einen Mindestlohn."
Er hätte vielleicht, damit ihn seine Gewerkschaftsfreunde nicht mißverstehen, auch erwähnen sollen, daß der gesetzliche, bundesweite Mindestlohn in den USA 5,15 US-Dollar beträgt, also umgerechnet 4,34 Euro.

Siehe dazu: "Nur ein Zubrot" von Thomas Fischermann, in: Die Zeit vom 14. April 2005.