Mittwoch, Dezember 07, 2005

Tagesgerichte.

Wenn man die Kundenbindung eines Gastes erhöhen will, sollte man versuchen, seinen Besuchsrhythmus zu verstetigen.
  • Z.B. bietet die Brauereigaststätte Sauer in Roßdorf jeden Freitag marinierte Heringe und Karpfen an, die ihresgleichen suchen.

  • Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Besuch des Gastes zu ritualisieren. Dazu gehört eine Personaleinsatzplanung, die dafür sorgt, daß möglichst an den selben Wochentagen die selben Service-Mitarbeiter arbeiten, die sich an den Gast und seine Wünsche erinnern, aber auch eine vorausschauende Platzreservierung, daß "seine" Zeitung schon bereit liegt, ein Nachfragen, warum er in der letzten Woche nicht gekommen ist, eine Begrüßung mit Namen, ein Sich-Erinnern an Episoden und Erlebnisse, die man mit dem Gast erlebt oder von denen er erzählt hat. Um einen Begriff aus der Beobachtung von Spielern und Internetznutzern zu verwenden, es wird alles dafür getan, daß der Gast einen "Flow" erlebt.

  • Formalisierter ist der Ansatz, monetäre Anzreize zu bieten, etwa Abonnements. Zeitungsverlage versuchen z.B. durch Preisnachlässe Leser dazu zu bewegen, ihre Zeitung nicht am Kiosk zu kaufen, sondern zu abonnieren. Damit umgehen sie den teuren Vertriebs Zeitschriftenhandel, die Abonnenten zahlen im Voraus und nehmen Ausgaben auch ab, wenn sie im Urlaub sind. In der Gastronomie machbar sind etwa Gutscheine, die nur an bestimmten Wochentagen gültig sind oder All-You-Can-Eat-Angebote an bestimmten Wochentagen. Die Bamberger Sportsbar Playoff hat etwa einen Aktionsplan entwickelt, der dauerhaft an jedem Tag ein bestimmtes Aktionsangebot serviert. Diese Wochentage finden sich, was naheliegt aber nicht selbverständlich ist, direkt auf der Startseite der Website. Heute z.B. gibt es "Spare Rips All You can eat" für 8,88 Euro.
Online sorgt zur Zeit der Online-Shop Woot für Furore (via "Weihnachten bei Woot!", in: Exciting E-Commerce vom 7. Dezember 2005). Er bietet jeden Tag nur ein einziges neues Produkt an und verkauft davon viele Tausend Stück. Dieses Konzept erinnert etwas an TV-Shops wie z.B. von QVC.