Montag, Dezember 19, 2005

Winterzauber.

Manchmal muß man sich an den Kopf greifen. Da entwickelt Gebi Bärlocher von der Schweizer Brauerei Weinfelden, Mitglied der IG unabhängiger Klein- und Mittelbrauereien, mit viel Fleiß und Kreativität eine neue Bierrezeptur, u.a. mit den Zutaten Zimt, Sternanis, Kardamon und Ingwer, gibt dem Bier den Namen "Winterzauber", verknappt geschickt das Angebot auf nur 6.000 Flaschen und verkürzt die Mindesthaltbarkeitsdauer auf 6 Monate, macht also insoweit alles richtig. Und dann gibt er abtörnend zu Protokoll:
"Obwohl er von seiner neusten Kreation 'voll Fan' ist, wie er betont, glaubt Bärlocher nicht an eine überbordende Nachfrage. Die Zeiten des grossen Bierkonsums seien vorbei, meint er trocken. 'Dem heutigen Lebensstandard entspricht ein Cüpli mehr als ein Bier.'"
(zitiert nach "'Winterzauber' bereichert das Angebot", in: Thurgauer Zeitung vom 17. Dezember 2005).

Vielleicht sollte er mal bei Stefan Fritsche von der Klosterbrauerei Neuzelle zur PR-Schule gehen oder wenigstens dessen Buch lesen: "Der Bierkrieg oder Im Fadenkreuz der Bürokratie".