Dienstag, Januar 03, 2006

Das Sozialgericht Bremen wird populaer.

Es ist schon amüsant teilnehmend zu beobachten, wie sich die deutschen Blogger einen Jux daraus machen, die Attacke des Sozialgerichts Bremen gegen den ShopBlogger zurückzuweisen und daraus ein Lehrstück in Suchmaschinenoptimierung zu machen.

Zuerst drehte die Story ihre Runde in diversen Blogs. Auch wir haben bereits am 30. Dezember 2005 darüber berichtet: "Sozialgericht Bremen droht ShopBlogger".

Wenig verzögert wurde die Story dann mit steigenden Auflagen von den "Massenmedien" aufgegriffen:Daß Renate Holst, die Spott attrahierende Direktorin des Bremer Sozialgerichts, den Einkaufswagen (das Logo des ShopBloggers) laut Focus überheblich als nicht gerade seriös und für ein Sozialgericht "liederlich" bezeichnet, bringt mich aber doch etwas auf die Palme. Sind es nicht Menschen wie Einzelhändler und wir Gastronomen, die stetig einen großen Teil der Früchte ihrer Arbeit dem Staat abliefern müssen, der damit mehr oder weniger effiziente Beamte aushält?

Damit der nicht deutsch verstehende Teil der Blogsphere auch was zum Lachen hat, hat Philipp Lenssen die Story schon mal auf englisch verkündet: "Blogger Sued by Sozialgericht Bremen for Appearing in Google" vom 3. Januar 2006.

Nachtrag von der Nacht vom 3. auf den 4. Januar 2006: Mittlerweile hat der Blogger/Journalist Mario Sixtus einen Artikel in der Frankfurter Rundschau untergebracht: "Juristische Eitelkeiten".

Nachtrag vom 5. Januar 2006:Nachtrag vom 7. Januar 2006:
"Denn es wird sehr anschaulich, wie schnell eine Story von der mehr oder weniger unbekannten Blogosphäre ihren Weg in die Medien finden kann."
schreibt Richard Meusers in seinem Artikel "Realsatire: Heidi Klum, Sozialgericht und Dönerfleisch...", in: Spiegel vom 7. Januar 2006. Womit die Posse auch den "Qualitätsjournalismus" erreicht hat.