Dienstag, Februar 28, 2006

Businessplan Café Amico.

Zu Beginn des Wintersemesters 2005/2006 hat mich André Schramm, ein Student der Universität Bamberg, gebeten, eine Reihe von Fragen zur Gründung eines Cafés zu beantworten, bei denen es vor allem um die Kosten ging. Zusammen mit sieben weiteren Studenten hat er an einem Unternehmensplanspiel teilgenommen unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Oehler, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwirtschaft der Universität Bamberg. Insgesamt 18 Gruppen widmeten sich dabei unterschiedlichen Gründungskonzepten. Die Gruppe von André Schramm wollte auf dem Papier ein Studentencafé als Alternative zur Cafeterria und Mensa der Universität Bamberg gründen. Und sie haben - so wie das richtige Gründer tun sollten - reihum alle möglichen Fachleute befragt, z.B. sich von der Kulmbacher Brauerei AG ein konkretes Angebot machen lassen (wobei sie natürlich vorab auf den Verwendungszweck hingewiesen haben, um niemandem die Zeit zu stehlen).

Ich habe damals - gewissermaßen als Entgelt für meine Antworten - darum gebeten, mir die fertige Arbeit anschauen zu dürfen. Sie hat mit 1,7 die beste Note aller eingereichten Business-Pläne erzielt und auch mir als Praktiker gefallen. Deshalb habe ich André Schramm darauf hingewiesen, daß viele wirklchen Existenzgründer sich gerne einmal einen guten Business-Plan anschauen würden, um einen Eindruck zu gewinnen von Aufbau, Umfang und Detailtiefe.

Heute hat mir André Schramm eine modifzierte Version zur Verfügung gestellt, die ich auf Abseits.de veröffentlichen darf: "Businessplan des Café Amico" (PDF; 920 KB).

Der hiermit veröffentlichte Business-Plan enthält den ausführlichen Anhang (76 Seiten) nicht, in dem die Rechercheergebnisse dokumentiert worden sind und nicht nur einen Entwurf für einen Gesellschaftsvertrag enthält sondern auch kalkulatorische Details, die Gewinn- und Verlustplanrechnung, die Liquiditätsplanung sowie ein "Worst-Case Szenario", Ergebnisse der Befragung von zwei Mitarbeitern einer Sparkasse, eines Finanzamts, Ergebnisse eines Beratungsgesprächs einer auf die Gastronomie spezialisierten Unternehmensberatung, Daten vom Gewerbeamt sowie des Entsorgung- und Baubetriebs der Stadt Bamberg, eines Entsorgers sowie die Ergebnisse einer Studentenbefragung, also der Zielgruppe des Cafés.

Wenn es sich um ein wirkliches Projekt handeln würde, müßten meines Erachtens der produktionstechnische Teil, das Sortiment, die Rezepturen der wichtigsten Produkte, aber auch die Einrichtung, Raumaufteilung und Corporate Design konkreter ausgearbeitet sein. Dies ist aber nicht Aufgabe der Studenten gewesen, zumal im Fach Finanzwirtschaft. Und auch in wirklichen Business-Plänen wäre ich mit solchen Angaben eher vorsichtig, weil solche Détails die Bank meist nicht interessieren und man nicht vorhersagen kann, wer den Plan in die Hände bekommt.

Ich habe ja schon einmal ein Gründungskonzept Literatur-Bistro "Book Crossing Corner" veröffentlicht, das aber im Rahmen eines literaturwissenschaftlichen Studiums erstellt worden ist und betriebswirtschaftliche Schwächen hat (worum es bei seiner Erstellung aber auch nicht ging).

Nachtrag vom 7. Dezember 2008: Bitte beachten Sie die Urheberrechte der Autoren des downloadbaren Business-Plans. Daß Sie ihn frei herunter laden können, ändert nichts daran, daß Sie sich, wenn Sie daraus nicht nur legal zitieren, eines Plagiats schuldig machen. Das ist nicht nur strafrechtlich und zivilrechtlich relevant, sondern kostet Sie auch Ihre wissenschaftliche Karriere. Ihr Prüfer entdeckt mit Hilfe von Plagiat-Check-Programmen oder auch, weil er diese downloadbare Arbeit bereits kennt, mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit, daß sie unzulässigerweise kopiert haben. Sie wären nicht der erste, der erwischt wird.