Dienstag, April 18, 2006

Ausgetrickst.

Irgendwie fühle ich mich von der Sozialbürokratiesesselfurzerbagage veralbert:
  • Seit dem 1. Januar 2006 dürfen Meldungen und Beitragsnachweise nur noch durch Datenübertragung mittels zugelassener systemgeprüfter Programme oder maschinell erstellter Ausfüllhilfen übermittelt werden. Die Übertragung der Daten in Papierform oder auf Datenträgern ist damit nicht mehr zulässig.
  • Nun kommt es aber vor, daß junge Menschen, die ihren ersten Job bei uns haben, noch keine Sozialversicherungsnummer zugeteilt bekommen haben.
  • Anmelden kann ich diese Mitarbeiter per Online-Datenübertragung zwar, wenn ich ersatzweise einige Daten zur Person angebe (Geburtsname, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit). Aber wenn ich einen Mitarbeiter, den ich bis Ende 2005 manuell ohne Sozialversicherungsnummer angemeldet habe, ab 2006 wieder abmelden möchte, etwa weil das Beschäftigungsverhältnis endet, verlangt die Software zwingend eine Sozialversicherungsnummer. Ohne diese Nummer weigert sie sich, das Formular online zu übertragen.
Was kann ich tun?
  • Ich kann es mit einer falschen Versicherungsnummer probieren und ansonsten mit den richtigen Daten. Aber dies dürfte eine Vielzahl von Rückfragen und eine spätere Korrekturmeldung nach sich ziehen und hilft nicht wirklich weiter.
  • Ich kann die Meldung "vergessen". Damit fliege ich aber spätestens auf, sobald der Mitarbeiter woanders einen Folgejob beginnt oder am Jahresende, wenn wegen des scheinbar noch nicht beendeten Arbeitsverhältnisses eine Jahresendmeldung verlangt wird. Wenn ich großes Glück habe, schickt man mir mit der Aufforderung, eine Jahresmeldung zu erstellen, die Sozialversicherungsnummer des Mitarbeiters.
  • Ich kann eine E-Mail an die zuständige Krankenkasse bzw. die Mini-Job-Zentrale schicken. Ob sich jemand meiner erbarmen wird und antwortet?
  • Ich kann in der kostenpflichtigen Warteschlange der Mini-Job-Zentrale die Zeit totschlagen.
Vielleicht warte ich einfach ab, was passiert, wenn ich gar nichts tue, und lese stattdessen wieder einmal Franz Kafkas Torhüterparabel "Vor dem Gesetz".