Donnerstag, April 27, 2006

"Bier ist ein First-Class-Getraenk mit hoher Innovationskraft".

Augsburg/Homburg. - Der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes und geschäftsführender Gesellschafter der Karlsberg Brauerei, Dr. Richard Weber, nimmt in beveragenews.tv, dem weltweit ersten Branchen-TV der Getränkeindustrie, exklusiv Stellung zum Dosenpfand, der Verbreitung von PET sowie zur Verbindung mit der BHI.

Die Dose hat wieder Konjunktur. Davon geht Richard Weber, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes aus. Jetzt, mit der Einführung des Dosenpfandes werde die Dose wieder zu neuem Leben Beveragenews.tv - das erste Business- und Branchen-Fernsehen im Internet weltweit für die Getränkeindustrie erweckt:
"Das ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte: Wenn alles im Pfand ist, wird der Konsument sich an leichtere Verpackungen wenden, die er besser nach Hause tragen kann"
erklärt Weber im beveragenews.tv-Interview. Besonders beliebt ist die Dose bei den neuen Single-Haushalten.
"Das ist ein Trend, der schon abzusehen war, d.h. Pfand wirkt dort - aber vielleicht in entgegen gesetzter Richtung, die Herr Trittin gar nicht wollte."
Dosenpfand als "Treppenwitz der Geschichte"

PET werde in Deutschland nur mehr im Billigbierbereich angeboten. Damit besäße PET Billigorientierung und ist für eine Premium-Brauerei wie Karlsberg eigentlich nicht mehr akzeptabel. Auch vermisse der Konsument bei der Polyethylen-Flasche den "Pepp" beim Öffnen:
"Dieser Klang ist Kommunikation, ist Freundschaft, ist Einheit. Der findet bei PET nicht statt, das ist etwas für Single-Leute"
sagt Richard Weber weiter.

Angesichts des globalen Wettbewerbs müssten sich die deutschen Brauer "schützen":
"Das haben wir mit dem deutschen Reinheitsgebot bereits getan"
, aber es gehe auch vor
"Angriffen, dass Bier nicht gesund sei. Bier ist eines der gesündesten Lebensmittel, so wie es auch schon Plato festgestellt hat. Wir wissen das, wir müssen es nur besser herausstellen, das ist unsere große Zukunftsherausforderung"
erklärt der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes.

Deshalb sei es hilfreich, dass die Initiative "Die Freien Brauer" von 35 Privatbrauereien, die erst im März ihren Gründungsschwur erhoben hatte,
"ein Gleichgewicht herstellt [...] gegenüber den großen Konzernen, die kommen und kommen werden".
Weber begrüßt dies,
"besonders dann, wenn aus dieser 'freien Brauereilandschaft' Innovationen kommen, dass Bier neu geschmackvoll gemacht wird und uns Brauern und Konsumenten zeigen: Bier ist ein First-Class-Getränk mit hoher Innovationskraft."
"Im Hintergrund zusammen und vorne am Markt getrennt"

Den Einstieg der Brau Holding International AG (BHI) sieht der geschäftsführende Gesellschafter der Karlsberg Brauerei KG Weber nach wie vor als den richtigen Schritt an:
"Wir sind sehr froh, dass wir mit BHI zusammen sind. Es ergeben sich vollkommen neue Synergieeffekte, die wir vorher gar nicht kannten"
erklärt Weber im beveragenews.tv-Interview. "Natürlich" sei es schwierig, mit einem internationalen Braukonzern wie Heineken zusammenzuarbeiten, aber auch dort stellten sich erste Erfolge ein:
"Ich bin rundweg zufrieden mit der Sicht von Heineken wie von BHI des deutschen Biermarktes. Die Strategien stimmen, wir wollen investieren, weiter in Brauereien und in Getränkefachgroßhändler"
erklärt Weber exklusiv im BevTalk des Industrial Media Verlages. Er blickt dabei auf die zurückliegende Konzentrationswelle und den neuen Herausforderungen am Markt.

Das Joint-Venture des niederländischen Braukonzerns Heineken und der deutschen Schörghuber-Gruppe, beteiligte sich im Jahr 2003 zu 45 Prozent an der Karlsberg International Brand GmbH, einer Tochter für die Bieraktivitäten der Karlsberg Brauerei KG Weber.
"Wir haben dies gemacht, weil wir sehen, dass der deutsche Biermarkt sich langfristig konsolidieren wird und wir als erste dabei sein wollen"
erklärt Weber im BevTalk auf beveragenews.tv. Karlsberg war mit Beck´s eine der ersten Brauereien, die sich ins Ausland orientiert haben.
"Auf der anderen Seite ist es natürlich für uns eine Sicherheit, mit einem großen deutschen Braukonzern und mit einem internationalen Braukonzern, Heineken, verbunden zu sein."
Das Ziel sei dabei, so Weber,
"über Innovation, über Verpackung, über Einkauf, über Logistik deutliche Synergieeffekte zu erreichen."
Besonderen Wert legt Weber darauf festzustellen, dass die Kapitalerhöhung reinvestiert wurde: in dem Zukunfts-Bereich Wellness mit alkoholfreien Getränken und der Übernahme des Mineralbrunnens Überkingen-Teinach. Weber weiter:
"BHI ist ein Verbund von individualistisch gesteuerten Unternehmen, das ist das Erfolgsrezept der Zukunft. Nicht mehr alles aus einem Pott, sondern im Hintergrund zusammen und vorne am Markt getrennt."
Das Gespräch in der Sendereihe "BevTalk - Macher der Brauindustrie" ist auf www.beveragenews.tv frei zugänglich abrufbar.

(Quelle: Pressemitteilung des Industrial Media Verlags).