Mittwoch, April 19, 2006

Friedrich Ebert und die Zukunft der Dienstleistungsgesellschaft.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit bastelt die sozialdemokratische Friedrich-Ebert-Stiftung an Konzepten herum, die jedem, der einer marktwirtschaftlichen Ordnung vertraut, den Angstschweiß auf die Stirn treiben muß: In dem Papier "Dienstleistungen in Deutschland" (PDF) des Arbeitskreises Dienstleistungen, der in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft ver.di entwickelt worden ist, fühlt man sich an die gescheiterten Konzepte der Staatlichen Plankommission der DDR erinnert:
"Zukunftsfähige Ansätze zur weiteren Entwicklung des Dienstleistungssektors in Deutschland müssen viel stärker als in der Vergangenheit branchenspezifisch angelegt sein. Beim Design solcher Aktivierungsstrategien ist insbesondere die Wissenschaft gefordert. Von Forschungsteams in denen Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen mitwirken, sollten Trendanalysen und Gestaltungsanregungen kommen. Diese können im Idealfall von Akteuren aus der Praxis aufgegriffen werden. Wenn für die wirksame Aktivierung unerlässlich, kann aber auch eine Intervention der Politik angeregt werden. Die Entwicklung der Aktivierungsstrategien erfolgt in einem ganz engen Austausch mit der Praxis; Vertreter aus Unternehmen und Einrichtungen sowie aus der Arbeitnehmerschaft sind hier prioritäre Kooperationspartner. Darüber hinaus ist auch der Dialog mit einschlägigen Fachleuten aus Politik und Verwaltung unerlässlich."
Woher nehmen Sozialisten eigentlich ihre Arroganz, Trends und Entwicklungen auf den Märkten vorhersagen zu wollen, wenn sie selbst als Unternehmer regelmäßig versagen? Sie werfen das Geld anderer Leute mit vollen Händen aus dem Fenster, sind aber zu feige, eigenes Kapital zu riskieren. Lieber sitzen sie ihre Zeit bis zur Pension im öffentlichen Dienst ab (z.B. wie PD Dr. Josef Hilbert an der Universität Düsseldorf oder wie Dr. Rolf Brandel am Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen) oder in weitgehend aus Steuergeldern finanzierten Stiftungen. Unternehmer sind für sie "Akteure aus der Praxis", die diese von den Sozialisten erkannten Trends dann "aufgreifen" dürfen. Sich selbst sehen sie als "Experten aus Politik und Verwaltung", mit denen Unternehmen "in Dialog treten" dürfen.