Sonntag, April 30, 2006

Gesetzlicher Mindestlohn: Berliner Mindestlohn-Konferenz.

Auf einem Mindestlohn-Konferenz in Berlin haben Franz Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di, und Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrungsmittel und Gaststätten ein gemeinsames Grundsatzreferat gehalten. Im Mindestlohn-Weblog wird der Inhalt in wichtigen Punkten wieder gegeben. Interessant erscheinen mir insbesondere folgende Aussagen, die unsere Branche betreffen:
  • "Die Gewerkschaft NGG - Nahrung-Genuss-Gaststätten - hat im Wirtschaftsbereich keine flächendeckende Kampffähigkeit mehr."
  • "In den vielen kleinen Betrieben mit nur drei oder vier Mitarbeitern gibt es keine Betriebsräte."
  • "Im Gastgewerbe gibt es 700.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in 210.000 Betriebsstätten. In Ostdeutschland hat fast die Hälfte der Betriebe keine Tarifbindung mehr, in Westdeutschland ein Drittel." Leider wurden wiederum keine Zahlen genannt, wieviele Mitarbeiter im Gastgewerbe in der Gewerkschaft Nahrungsmittel und Gaststätten organisiert sind.
  • "Gerade im Dienstleistungsbereich und im Hotel- und Gaststättengewerbe seien viele Arbeitsplätze nicht ins Ausland zu verlagern."
Zum letzten Punkt kann ich mir drei Anmerkungen nicht verkneifen:
  • Deutschland steht im Wettbewerb sowohl mit anderen touristischen Destinationen als auch bei Messen und Kuren. Wir können sehr wohll Arbeitsplätze verlieren nicht nur im grenznahen Bereich.
  • Ein Mindestlohn gilt nur für arbeitsvertragliche Beziehungen. Man kann anfallenden Arbeiten auch in anderen Formen gestalten. Siehe dazu unseren früheren Beitrag "Eine Menge Bürokratie".
  • Auch wenn Tätigkeiten vor Ort in Deutschland erledigt werden müssen, kann man sie rationalisieren und weniger arbeitsintensiv gestalten. Siehe dazu unseren früheren Beitrag "Linkspartei fuer niedrigeren Mindestlohn.".