Donnerstag, April 20, 2006

Gewerkschaft NGG kuendigt Streiks vor der Fußball-Weltmeisterschaft an.

In einer Pressemitteilung des Landesbezirks Bayern der Gewerkschaft Nahrungsmittel und Gaststätten wird auf einen angeblich bevorstehenden Arbeitskampf hingewiesen:

"Die Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe haben es endgültig satt, von ihren Arbeitgebern weiter hingehalten zu werden", so Hans Hartl, Landesbezirks-vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Seit mehr als 16 Monaten verhandeln NGG und der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (BHG) über einen neuen Manteltarifvertrag für die ca. 150.000 Beschäftigten in Bayern. Gleichzeitig ringen die Tarifvertragsparteien seit einem Jahr um eine tarifliche Entgelterhöhung.

Während für das Land Berlin vor ca. 4 Wochen eine 2,5 %ige Tariferhöhung abgeschlossen wurde, legen die bayerischen Arbeitgeber bis heute eine sture Verweigerungshaltung an den Tag.

Nach mehreren Gesprächsrunden ist es der gemeinsamen kleinen Verhandlungskommission im Januar diesen Jahres gelungen, ein Verhandlungsergebnis zu präsentieren, das von der Großen Tarifkommission der Arbeitgeber bestätigt werden sollte.

"Dazu kam es jedoch nicht. Das Präsidium des BHG?s mit dessen Präsidenten Wiggerl Hagn an der Spitze hat den gefundenen Kompromiss einstimmig abgelehnt.?, erklärt Hartl.

Um einen Arbeitskampf zu vermeiden, hat Hartl anschließend dem Präsidenten des BHG ein Spitzengespräch angeboten. "Herr Hagn hat das Gespräch abgelehnt", so Hartl weiter. "Er ist es, der nun einen Arbeitskampf in den Hotels und Gaststätten in München und Nürnberg vor der Fußball-WM zu verantworten hat."

Nach Ansicht der NGG ist nicht alles Gold, was glänzt. Hinter den Fassaden vieler Hoteliers und Gaststättenbetreiber sind Schwarzgeldzahlungen, Schwarzbeschäftigung und "Sklavenlöhne" ab brutto 3,50 ? an der Tagesordnung. Dazu passen auch die Forderungen der Arbeitgeber nach drastischen Verschlechterungen im Manteltarifvertrag.