Dienstag, April 18, 2006

Lust auf Genuss.

Seit einigen Tagen ist www.lust-auf-genuss.de live. Das Online-Angebot rund um Essen, Trinken und Genießen soll nach den Plänen der Betreiber zum "größten und meist genutzten Food-Portal im deutschsprachigen Raum" werden.

Hinter diesem Portal stehen die Zeitschriften "Meine Familie & Ich", "Kreativ Küche", "Kochen & Backen" und das ARD Büffet. Das Angebot umfasst eine große Rezeptdatenbank, Tipps von Profi-Köchen sowie tagesaktuelle News und Storys für das tägliche Genuss- und Kocherlebnis. Als Herz von www.lust-auf-genuss.de wird eine "interaktive Food-Community" genannt. "Hier kommunizieren die Freunde des Genießens untereinander, tauschen Rezepte aus und diskutieren in Foren" (via "Sales Newsletter", Nr. 03/2006 der TomorrowFocus AG.)

Dazu fällt mir zweierlei ein:
  • Diese Kooperation zwischen der ARD, die sich durch Zwangsgebühren finanziert, und einem privaten Unternehmen sollte, wenn sich schon die Gebührenwächter nicht darum kümmern, wenigstens das Bundeskartellamt interessieren.
  • Meinen ersten Artikel über "Virtuelle Communities" habe ich im Jahre 2000 geschrieben. Ich wußte gar nicht, daß "Heads of Marketing" heute noch Versatzstücke als Sprüche klopfen. Schließlich ist das grundlegende Werk von John Hagel und Arthur Armstrong "Net Gain: Expanding Markets Through Virtual Communities" bereits 1997 erschienen, von Howard Rheingolds "The Virtual Community" aus dem Jahre 1993 ganz zu schweigen. Und es gibt mittlerweile viele Argumente und noch mehr Erfahrungen, daß es ganz so einfach denn doch nicht ist, eine virtuelle Community aufzubauen.