Mittwoch, April 26, 2006

Vorwaerts gedacht in Sachen Ruecknahme.

Zum 1. Mai 2006 tritt die Novelle der Verpackungsverordnung in Kraft. Weitere Getränkearten in Einwegverpackungen werden ab dann mit einem Pfand in Höhe von 25 Cent belegt. Händler müssen zukünftig auch solche leere Verpackungen von Getränken annehmen, die nicht bei ihnen erworben wurden. Die so genannten Insellösungen einzelner Handelsketten entfallen künftig. Daraus folgt die Notwendigkeit einer Verrechnung des Pfands zwischen Getränkeabfüllern und Handel (Clearing).

Vorteile bringt das Pfandsystem für den Verbraucher: Er kann seine Einweggetränkeverpackungen in jeder beliebigen Einkaufsstätte abgeben ? vorausgesetzt der Händler führt die jeweilige Verpackungsart (PET, Glas oder Dose) in seinem Sortiment.

Ab 1. Mai 2006 wird die Pfanderhebung auf Einweggetränkeverpackungen erweitert und zeitgleich ein bundesweit einheitliches Clearingsystem gestartet. Unterlagen bislang die Einweggetränkeverpackungen für beispielsweise Bier, Biermischgetränke, kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke, einschließlich Limonaden und Brausen, Cola- und Bittergetränke der Pfandpflicht, so wird zukünftig auch auf kohlensäurefreie Erfrischungsgetränke und bestimmte alkoholische Mischgetränke (Alkopops) in Einwegverpackungen Pfand erhoben. Der Verbraucher bezahlt dann 25 Cent Pfand für bestimmte CO2-freie Getränke in PET-Verpackungen, Glasflaschen oder Dosen. Dazu zählen unter anderem Eistees, Fitnessgetränke oder aromatisierte Wässer mit einem Füllvolumen von 0,1 bis 3 Liter. Ausgenommen vom Einwegpfand sind nach wie vor Weine, Milch und Säfte. Außerdem Verpackungen, die laut Verpackungsverordnung als ökologisch vorteilhaft gelten, zum Beispiel Getränkekartons. Einwegetränkeverpackungen, für die Pfand gezahlt werden muss, sind künftig leicht zu erkennen: Sie tragen die deutliche Markierung der DPG Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG). Diese besteht aus dem Pfandlogo der DPG und dem EAN-Code.

Der Einzelhandel muss künftig auch Fremdgebinde zurücknehmen.

Voraussetzung für die Rücknahme: Der Händler führt die vom Verbraucher gebrachte Verpackungsart (PET, Glas oder Dose) in seinem Sortiment. Hinweisschilder am Ort der Rückgabe zeigen an, welche Verpackungen der Händler akzeptiert. Bei Händlern mit einer Verkaufsfläche unter 200 Quadratmetern ist die Rücknahme eingeschränkt: Sie müssen leere Gebinde nur von solchen Marken und aus solchen Materialien zurücknehmen, die sie selbst im Sortiment führen.

Industrie und Handel clearen die Pfandforderungen untereinander. Auf die Regeln und technischen Abläufe für dieses Pfandclearing haben sie sich verständigt und dazu die DPG gegründet. Die DPG gibt somit die Standards vor, auf deren Basis die Pfandverrechnung funktionsfähig und flächendeckend erfolgen kann. In der DPG haben sich Unternehmen zusammengeschlossen, die am Lebenszyklus von Einwegverpackungen beteiligt sind: Abfüller (Erstinverkehrbringer), Dosenhersteller, Etikettendrucker, Importeure, der Groß- und Einzelhandel sowie Dienstleistungsunternehmen, die sich um Rücknahme und Pfandclearing kümmern.

Die neuen Regeln für die Rückgabe der Einweggetränkeverpackungen

Die Rückgabe der pfandpflichtigen Einwegverpackungen wird ab dem 1. Mai deutlich einfacher und bequemer. Der Endverbraucher kann die Verpackungen von Einweggetränken überall dort zurückgeben, wo Verpackungen der gleichen Materialart verkauft werden, wie beispielsweise Supermärkte, Verbrauchermärkte, Discounter, Getränkefachmärkte, Kioske oder Tankstellenshops ? und zwar bundesweit. Die 25 Cent Pfand für jede Einwegverpackung, die der Verbraucher in Geschäft A im Ort X bezahlt, bekommt er auch in Geschäft B im Ort Y erstattet. Er muss also nicht mehr darauf achten, wo er das Produkt gekauft hat. Die individuellen Pfandsysteme einzelner Handelsketten wird es ab 1. Mai nicht mehr geben.

Wegen der im DPG-System vorgesehenen automatisierten Rücknahme, die ein Größtmaß an Verbraucherfreundlichkeit gewährt, ist künftig der Zustand der Verpackung entscheidend für die erfolgreiche Rückgabe. Das bedeutet, die Verpackungen sollen weitgehend nicht beschädigt oder verschmutzt sein, die Etiketten intakt unabhängig davon, ob das Leergut von einem Automaten oder manuell entgegen genommen wird. Das Pfandzeichen (die DPG-Markierung) und der EAN-Code müssen lesbar sein. Deshalb dürfen Dosen und PET-Verpackungen zukünftig nicht mehr gepresst, Glasflaschen nicht zerbrochen und die Etiketten mit dem Pfandzeichen nicht entfernt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Automat die Einweggetränkeverpackung zurückweist.

Die Materialart, PET, Glas oder Dose, der Einweggetränkeverpackung ist zukünftig von besonderer Bedeutung. Der Händler nimmt nur leere Verpackungen der Materialart zurück, die er auch in seinem Sortiment führt. Ist dies nicht der Fall, ist er zur Rücknahme nicht verpflichtet. Die Verkaufsstellen informieren mit Aufklebern oder Hinweistafeln, für welche Verpackungen bzw. Materialarten Pfand erstattet wird.

Einzelhändler, wie z.B. Kioske, mit einer Verkaufsfläche von unter 200 Quadratmetern sind von dieser Regelung ausgenommen. Ihre Rücknahmepflicht ist eingeschränkt. Sie müssen Einweggetränkeverpackungen nur von solchen Marken und aus solchen Materialien zurücknehmen, die sie selbst im Sortiment führen. Weicht lediglich die Größe ab, wird das Pfand trotzdem ausbezahlt werden, vorausgesetzt, Marke und Materialart stimmen.

Der Verbraucher wird mit Plakaten, Flyern, Hinweistafeln und Aufklebern in den Verkaufsstätten über das neue Pfandsystem informiert und erkennt auf einen Blick, ob die zurückgebrachte Einweggetränkeverpackung akzeptiert wird. Zusätzlich erhalten Verbraucher umfangreiche Informationen auch im Internet unter www.dpg-pfandsystem.de.

Wichtige Änderungen für die Handelspartner

Ab 1. Mai 2006 unterliegen zusätzliche Getränkearten der Pfandpflicht. Für Einweggetränkeverpackungen, die mit dem Pfandzeichen der DPG Deutsche Pfandsystem GmbH und einem gültigen EAN-Code versehen sind, müssen 25 Cent Pfand ausbezahlt werden, unabhängig davon, ob die Verpackung an der Rücknahmestelle gekauft worden ist. Voraussetzung ist lediglich, dass der Händler die Materialart (PET, Glas, Dose) selbst im Sortiment hat. Durch das flächendeckende Pfandsystem entfallen die so genannten Insellösungen. Die Rücknahme kann per Automat oder manuell erfolgen. Händler, deren Verkaufsfläche kleiner als 200 Quadratmeter ist, müssen Gebinde nur von derselben Marke und derselben Materialart zurücknehmen.

Bei der manuellen Rücknahme sollten die Händler darauf achten, dass das Pfandzeichen (DPG-Markierung) und der EAN-Code auf dem Pfandgut vorhanden und lesbar sind. Ansonsten kann das Gebinde im Zählzentrum nicht ausgelesen werden. Die Konsequenz, der Pfandwert wird nicht auf dem Pfandkonto des Händlers gutgeschrieben. Gegebenenfalls muss der Verbraucher auf den ungenügenden Gebindezustand aufmerksam gemacht werden. Auch Automaten weisen beschädigte oder stark verschmutzte Verpackungen zurück. Die Rücknahmeautomaten werden dazu flächendeckend mit einer neuen Auslesetechnik ausgestattet, die das Pfandzeichen (die DPG-Markierung) und den EAN-Code zuverlässig erkennt. Die Rücknahme muss am Ort des Verkaufs oder in dessen unmittelbarer Nähe geschehen. Erfolgt der Verkauf über einen Automaten, muss der Händler dafür sorgen, dass es eine Rücknahmemöglichkeit in einer zumutbaren Entfernung gibt.

Das Verrechnen des Pfandes, das "Pfandclearing", funktioniert folgendermaßen: Für das zurückgenommene Gebinde stellt der Händler eine Rechnung an den Abfüller. Dieser führt als Erstinverkehrbringer das Pfandkonto. Seinen Anspruch auf Erstattung belegt der Händler mit dem bei der Rücknahme erzeugten Datensatz. Dieser wird entweder im Rücknahmeautomat oder ? bei manueller Rücknahme ? nachträglich in einem Zählzentrum erstellt. Die Pfandbeträge werden innerhalb des Systems verrechnet. Dadurch werden Disparitäten vermieden, die sich sonst ergäben, wenn ein Gebinde nicht dort zurückgegeben und das Pfand dafür ausbezahlt würde, wo es gekauft und das Pfand ursprünglich vereinnahmt wurde. Anhand der Rücknahmedaten in Verbindung mit der Stammdatenbank kann leicht ermittelt werden, an wen der Händler die Pfandforderung stellen muss. Das Einfordern des Pfands beim Pfandkontoführer kann der Händler entweder selbst durchführen oder die Aufgabe an einen Handelsdienstleister vergeben. Dieser rechnet als Bündelungsstelle zwischen Handel und Abfüller beziehungsweise dem Pfandkontoführer ab.

Unter der Internetadresse www.dpg-pfandsystem.de stehen im Bereich "Handel" umfangreiche Informations- und Hinweismaterialien bereit. Hier können Einzelhändler Anzeigenvorlagen, Flyer, Plakate, Vorlagen für Aufkleber etc. herunterladen, die dem Endverbraucher am "Point Of Sale" Orientierung auf den ersten Blick bieten.

Änderungen für Getränkehersteller und -abfüller

Getränkeabfüller müssen vor allem die neue Kennzeichnung für das Einwegpfand beachten.

Einweggetränkeverpackungen, mit denen der Handel ab dem 1. Mai 2006 beliefert wird, werden mit dem neuen Pfandzeichen, der DPG-Markierung, gekennzeichnet. Dieses Pfandzeichen muss gemeinsam mit einem neuen EAN-Code direkt auf der Verpackung, beziehungsweise dem Etikett aufgebracht sein. Der EAN-Code muss den GS1-Spezifikationen entsprechen. Etikettendrucker und Dosenhersteller, die die DPG-Markierung aufbringen, werden zuvor über die Deutsche Pfandsystem GmbH für den Umgang mit der DPG-Farbe zertifiziert. Importeure oder Inverkehrbringer von Kleinmengen können die Verpackung nachträglich mit einem DPG-Aufkleber kennzeichnen. Dieser Aufkleber kann ausschließlich bei von der DPG zugelassenen Pfandkontodienstleistern bezogen werden. Ab dem 1. April sollten Dosen und Etiketten nur noch mit dem neuen Pfandzeichen, der DPG-Markierung, bedruckt werden.

Im neuen Pfandsystem kommt dem Abfüller zusätzlich die Rolle des Pfandkontoführers zu. Neben dem Warenpreis erhält der Abfüller vom Handel das Verpackungspfand. Später, nach Rücknahme der leeren Gebinde, werden Pfandforderungen der Händler durch eine Rechnung an den Abfüller wieder ausgeglichen. Seinen Anspruch belegt der Händler mit dem bei der Rücknahme oder in einem Zählzentrum erzeugten Datensatz. Die Aufgabe der Pfandkontoführung kann der Abfüller auch an einen Dienstleister auslagern. Dieser rechnet als Bündelungsstelle zwischen Handel und Abfüller ab. Eine Ausnahme gilt für Ware mit DPG-Aufklebern: In solchen Fällen ist der von der DPG zugelassene Pfandkontodienstleister für das Pfandclearing zuständig. (Quelle: Pressemitteilung der Deutsche Pfandsystem GmbH).