Dienstag, April 25, 2006

Wie wird man Top-Ausbilder?

Der Wettbewerb um den "Top-Ausbilder des Jahres" im Berufsfeld Koch/Köchin wird seit 2003 von der Fachzeitschrift KÜCHE und dem Verband der Köche Deutschlands ausgeschrieben. Die Chancen, diese hochkarätige Auszeichnung zu erlangen, stehen für Sie nicht schlecht - vorausgesetzt, Ausbilder und Betrieb sind gut vorbereitet.

"Ich habe keine Angst vor der Abschlussprüfung - ich wurde bestens darauf vorbereitet." Je mehr Auszubildende am Ende ihrer Ausbildung eine solche oder ähnlich gute Bilanz ziehen, desto besser war die Ausbildung. Und desto mehr Anerkennung verdienen diejenigen Ausbilder, die für diese guten Ausbildungserfolge im Berufsfeld Koch/Köchin verantwortlich zeichnen. Zu den anerkanntesten Auszeichnungen in der Branche zählt der Preis "Top-Ausbilder des Jahres", der in vier Kategorien vergeben wird.

Doch wie wird man "Top-Ausbilder des Jahres"? Welche Voraussetzungen sind nötig, um bei diesem Wettbewerb erfolgreich zu sein? Wie bei jedem anderen Berufswettbewerb auch, kommt es nicht zuletzt auf das richtige Training an. Die Fachjury unter Leitung ihres Vorsitzenden Peter Gemüth rät:
"Beginnen Sie früh, am besten am Anfang des Jahres, sich mit der Systematik dieses Preises zu beschäftigen. Bei der Zusendung der Wettbewerbsunterlagen im September kann es schon zu spät sein, andere waren vielleicht schneller."
Bei der Zusammenstellung der Unterlagen zählt vor allem eines: Dokumentation.
"Alles was Sie für, mit oder in die Ausbildung stecken, sollte dokumentiert sein"
so Peter Gemüth weiter.
"Je mehr Informationen zusammengetragen wurden, desto besser für die Qualität der Bewerbung - und der Ausbildung."
Nachfolgend haben die Juroren des Wettbewerbs Top-Ausbilder des Jahres wichtige Informationen und Tipps zusammengestellt, die Ihnen die Entscheidung erleichtern, daran teilnehmen zu wollen.
  1. Hohe Systematik der betriebseigenen Ausbildung. Dazu gehören: Betrieblicher Ausbildungsplan für jeden Auszubildenden, Zeugnisse der Zwischen- und Abschlussprüfungen der vergangenen drei Jahre, Wettbewerbserfolge der vergangenen drei Jahre dokumentiert, überbetriebliche Ausbildung, Kooperationen mit anderen Betrieben, Schulprojekte, Kontakte zu den Eltern der Auszubildenden.
  2. Grundwissen auf breitem Fundament und kulinarische Vielfalt. Von einfacher Landküche über die Gemeinschaftsverpflegung bis zur Sterneküche kann alles vertreten sein. Frischeküche soll im Vordergrund stehen, aber auch der Umgang mit Convenience muss vermittelt werden. Außerdem: das Wissen um die Produkte und deren Ursprung. Alle Grundtechniken und Zubereitungsarten der klassischen Küche müssen gelehrt sowie Gastorientierung und persönliches Erscheinungsbild der Auszubildenden gefördert und gefordert werden. Ein hohes Basiswissen bereits innerhalb der Ausbildung ist anzustreben.
  3. Hohe soziale Komponente und privates Engagement. Der soziale Auftrag der Ausbildung muss erkannt sein und gelebt werden. Ausbildung ist ein Teil des Lebens und muss auch so behandelt werden, intensiv, einfühlsam, fordernd, fördernd. Wichtige Faktoren sind Vertrauen, Professionalität, Transparenz.
  4. Spaß am Beruf vermitteln, motivieren und begeistern. Gemeinsame außerbetriebliche Aktivitäten, Unterstützung bei privaten Problemen, z.B. Hilfe bei der Wohnungssuche. Auch mal Ansprechpartner sein, nicht der Chef. Führen durch Vorbild.
  5. Zusammenarbeit mit allen an der Ausbildung Beteiligten. Dazu zählt: In die Berufsschule gehen, Lehrer kennen lernen, unterstützen, nicht meckern, Lehrer einladen zu Betriebspraktika. Sich als Prüfer zur Verfügung stellen. Treffen mit anderen Ausbildern, Arbeitskreise gründen und Erfahrungen austauschen. Mitglied im Verband der Köche Deutschlands werden.
  6. Ausbildung beginnt vor der Ausbildung. Ein altes Schlagwort, immer noch aktuell. Wenn die Auszubildenden kommen, muss alles gerichtet sein, u.a. Betrieblicher Ausbildungsplan für jeden Auszubildenden Außerdem: Praktika anbieten, Schnupperlehre. Innerbetriebliche Kommunikation der Ausbildung.
  7. Vorbildliche Nachwuchsrekrutierung. Wir brauchen den Nachwuchs, mehr denn je. Die Auszubildenden von Heute sind die Ausbilder von Morgen. Deshalb: Ziele vermitteln und gemeinsam erreichen. Der Auszubildende des Kollegen kann Morgen Ihr Küchenchef sein.
  8. Disziplin und Fleiß - lernen wollen und offen sein für Neues. Fenster öffnen für den Weiterbildungswind. Immer diszipliniert denken und handeln, auch wenn es oftmals schwer fällt. Lebenslanges Lernen ist keine Phrase, sondern essentiell. Der Tellerrand ist keine Grenze, sondern ein Sprungbrett! Das zu vermitteln, ist eine der Hauptaufgaben eines Top-Ausbilders!
  9. Nicht für Prüfungen lernen, sondern für das LebenWenn Sie vorher alles richtig gemacht haben, werden Prüfungen zur Nebensache. Werden Sie Top-Ausbilder! Und Prüfungen können Ihre Auszubildenden nicht mehr schocken, sondern fordern.
(Quelle: Pressemitteilung des Verbands der Köche Deutschlands).